Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Ferien

Federball und die unendliche Langeweile

Markus Kellenberger | Mittwoch, 26.08.2009

Über die wunderbaren Holländerinnen habe ich mich schon ausgelassen - nicht aber übers Federball-Spielen. Ist Ihnen schon mal aufgefallen: Kaum in den Ferien sieht man gestandene Paare beim gemeinsamen Federballspiel. Ping und Pong geht das gefiederte Bällchen hin und her, meist in gemächlich hohem Bogen, möglichst langsam und auf jeden Fall selbst für Blindlahme leicht erreichbar.

Der hohe Bogen ist immens wichtig, denn er ist Grundvoraussetzung für die fehlerfreie Umsetzung einer ungeschriebene Regel, die da lautet: Immer auf die Person spielen, möglichst keine unnötigen Bewegungen, immer schön mit beiden Beinen am selben Fleck kleben. Verlässt der Ball auch nur ein winziges Stücklein die derart vorgeschriebene Flugbahn, geht er halt zu Boden.

"Sorry", sagt dann der oder die Schuldige. "Macht nichts" sagt darauf der oder die Unschuldige, jedoch nicht ohne dem oder der Schuldigen ein klitzekleines Bisschen ein schlechtes Gewissen zu machen, indem er, respektive die Unschuldige beim Bücken nach dem gefallenen Bällchen ein klitzekleines Bisschen stöhnt. Die mehrfache Beobachtung dieses Phänomens löste bei mir folgende Fragen aus:
1. Warum spielen Paare in den Ferien Federball?
2. Spielen diese Paare auch zu Hause Federball?
3. Warum haben wir im Feriengepäck auch ein Federballspiel?

Haben Sie weitere Fragen - oder vielleicht die Antworten?

Bild: BotheredByBees / flickr / cc

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Holländerinnen und Sex auf dem Campingplatz

Markus Kellenberger | Freitag, 14.08.2009

Wir waren Campen, die ganze Familie und ich. In Frankreich. Dort, so hofften wir, sollten unsere Buben das Französische hautnah erleben – und wenn möglich auch praktizieren. Das hat aber nicht funktioniert, und seither herrscht zwischen mir und meiner Geliebten ein etwas abgekühltes Verhältnis. Das kam so:

Der Zeltplatz war in Ordnung, die Nähe zur Dordogne akzeptabel, ebenso die Anzahl der bis zum Abwinken vorhandenen Burgen, Schlösser und Festungen (selbst den Jungs hingen Rüstungen und Schwerter nach zwei Wochen sichtlich zu den Ohren raus).

Was uns aber völlig auf dem falschen Fuss erwischte, das war das etwas einseitige Publikum auf dem Zeltplatz. Die anfänglich noch vorhandenen drei französischen Familien wurden innert weniger Tage von weiteren anrollenden Holländern verdrängt, und so hiess es morgens bald nicht mehr "bonjour", sondern reihum nur noch "gueden dag". Wir, als Vertreter eines Landes, das sich der Vielsprachigkeit rühmt, hielten eisern und trotzig am welschen Grusse fest. Dafür hätten wir von Napoleon Sarkosy durchaus die Ehrenmedaille der Legion verdient.

Schlimmer aber noch als der Totalverlust der französischen Lebensart, wog das Campier-Verhalten der Niederländer, insbesondere der Niederländerinnen, denn bald stellte ich fest: Niederländerinnen sind den ganzen Tag glücklich. Sie putzen täglich Zeltwände, wischen Vorzeltteppiche, waschen Wäsche, kochen Essen, kaufen ein, unterhalten die Kinder, servieren Znüni, Zvieri und Snacks, putzen dann wieder die Zeltwände und so weiter und so fort.

Darauf machte ich meine Geliebte aufmerksam – und auch auf die holländischen Männer, die den ganzen Tag vor dem Zelt Bücher und Zeitung lesen und ständig ein kaltes Bier in Händen halten, ohne auch nur ein einziges Mal eines selber holen zu müssen.

Danach stellte Sex im an sich ringhörigen Zelt für uns einige Tage lang kein relevantes Problem mehr dar. Und mein Bier holte ich weiterhin auch selber. Und Campen ist für mich vorläufig kein Thema mehr. Überlege mir dafür, ob ich jetzt Präsident der Stadtluzerner SVP werden soll. Da ist 1. ein Posten frei und 2. hat man dort – Sie erinnern sich an René Kuhn – sicher Verständnis für mich und alle anderen armen Nichtholländer.

Bild: hans s / flickr / cc

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Pfingsten geits am ringsten

Markus Kellenberger | Freitag, 29.05.2009

Hey, Leute, ich war über Auffahrt am Wandern. In der wunderschönen Provence. Stundenlange Märsche durch schroffe Schluchten, steile Felswände und ab und zu auch über blühende mit Thymian, Rosmarin und Lavendel. Das ganze bei über 30 Grad.

Meine Partnerin und ich, wir stehen auf getrennte Ferien. Ab und zu jedenfalls. Das tut der Seele gut. Mit einem guten Freund ab, auf und davon. Ein paar Tage lang nix rasieren, kaum Seife, Pizza pur und abends, während der taktischen Routenplanung, ein, zwei, drei Bier, dann ab ins Zelt. Männerferien!

Jetzt ist Pfingsten dran, und die gehört der Familie, den Kindern, den lieben Kleinen, die bereits ihre dahingehende Befürchtung geäussert haben, der Alte wolle wohl weiter seinem Wanderhobby frönen. Das kommt bei heranwachsenden Knaben gar nicht gut an, obschon sie allein aufgrund ihres durchschnittlichen Energiedrink-Konsums eigentlich ohne Pause von hier bis nach China laufen könnten. Vor zwei Wochen machten wir bereits so einen Familientrip auf die Hohwacht. Ein schöner Aussichtspunkt - aber unser Ältester hat uns den Ausflug ziemlich vermiest. Humpelte hinter uns her und behielt ganze zwei Stunden lang diesen Gesichtsausdruck bei, der allen andern Wanderern, die uns kreuzten, in aller Deutlichkeit signalisierte, dass er mit diesen Eltern eindeutig die Arschkarte gezogen habe. Oben auf der Hohwacht angelangt, bestellte er zur Strafe den grössten Coup.

Der Kleinere machte weniger Zicken, verlangte aber, dass ihm, um seine Füsse in Gang zu halten, während der ganzen Dauer der Wanderung ein Märchen nach dem andern erzählt wurde. Uff!

Jetzt frage ich Sie, falls Sie a) selber Kinder haben oder b) mal eins waren: Was soll ich nun über Pfingsten mit meinen Vorpupertierenden anstellen - denn um ehrlich zu sein: Ich habe mir schon eine familiengerechte Wanderroute ausgesucht, weiss aber nicht, ob ich die Nerven dazu habe.

Foto: © respres, www.flickr.com

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Verospeln wir den Sommerblues!

Andres Jordi | Montag, 21.07.2008

So, da hock ich nun. Kollege Kellenberger hat sich in die Ferien verabschiedet, macht wahrscheinlich gerade mit seinem Solarmobil – oder ist es eine Moto Guzzi? – die Gegend unsicher und hat den Blog politisch korrekt links liegen lassen. Da hock ich nun, verlore wi ne Gagu, um es mit Endo Anaconda zu sagen. Überhaupt: Im Büro gähnende Leere, auf den Strassen, in den Zügen. Freunde, Frauen, Kinder, Kegel: alle weg. In den Ferien. I hasse Ferie, i hasse Ferie singt die Würgeschlange des helvetischen Blues. Was mich betrifft: vor allem wenn andere sie haben und nicht ich.

Was ich mir bei Rushhour und Hochbetrieb jeweils sehnlichst wünsche – Platz, Ruhe, Frieden –, das ist nun plötzlich in Übermass vorhanden und beengt und beunruhigt mich. Wo mir all die Mitmenschen sonst manchmal ziemlich auf den Wecker gehen können, merke ich nun: Der Mensch und ich, wir sind zutiefst soziale Wesen. Wir brauchen Gesellschaft, sonst verkümmern wir wie eine Pflanze ohne Wasser und werden melancholisch. Wo seid ihr denn, all ihr lieben Leute? Und wer giesst eure Pflanzen? Muss denn niemand arbeiten? Hängt das Funktionieren unserer Wirtschaft nun gänzlich von einigen letzten verantwortungsbewussten Mohikanern wie mir ab?

Beim Wort verantwortungsbewusst kommt mir die UBS in den Sinn: Womöglich hat in der Grossbank bereits seit längerem die gesamte Belegschaft frei; das würde einiges erklären. Ob sich der Herr Ospel seit seinem Rücktritt als Verwaltungsratspräsident auch so verloren fühlt wie Endo und ich?

Apropos Ospel: Wer sich für subprime beziehungsweise suboptimale Anlagepraktiken und zugleich für die Weiterentwicklung der deutschen Sprache interessiert, der wird ab sofort das Verb «ospeln» (ich osple, du ospelst, sie ospelt usw.) in seinen Wort- und Erfahrungsschatz aufnehmen müssen. Alles Weitere dazu von Manfred Papst in seiner kürzlich erschienenen Zugabe in der NZZ am Sonntag: Was bleibt von Ospel?

Noch eine Zugabe meinerseits: Unterdessen existiert auch schon eine Internetseite zum Thema. Die Webseite informiert gemäss Eigendeklaration über Abzockerei, Grössenwahn, Gier, Uneinsichtigkeit, Rückschritt statt Rücktritt und Behördenwillkür. Es geht um Politik, Wirtschaft beziehungsweise Misswirtschaft und Unfähigkeit. Bitte eintreten: www.ospeln.com.

Nun aber genug geospelt. Zurück zu meinem einsamen Herz. Was soll ich tun gegen den Sommerblues? Was tun Sie, liebe Natürlichbloggerinnen und -blogger, dagegen? Gibt es eine Selbsthilfegruppe, an die ich mich wenden könnte? Helfen Sie mir! Ich bin für jeden Ospel dankbar.

Bilder: © Holger Raukamp / PIXELIO

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Natürlich im Februar 2012


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Penne mit Sauce von weissen Bohnen


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