Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Ernährung

Chinesen bringen hilflose Büsi und Hundeli um

Markus Kellenberger | Freitag, 03.10.2008

Eine Sauerei, finden Sie nicht auch? Aber wenn Sie das erste Entsetzen und die erste Empörung überstanden haben, lesen Sie den Titel bitte nochmals. Er sollte richtig nämlich lauten: "Schweizer bringen jedes Jahr 1,7 Millionen hilflose Hühner um!" Ahhhh, denken Sie nun sicher erlöst, also doch nicht die armen Schmusebüsis und Knuddelhunde, einfach nur Hühner. Aber genau hier finde ich, müsste unser "Entsetzensfaktor" erst recht greifen.

Im Gegensatz zu den Miezis und Lumpis, die hie und da im Topf landen, haben die 1,7 Millionen Hühner kein lustiges Leben mit
viel Auslauf, regelmässigen Streicheleinheiten und einem artgerechten Agility-Vereinsleben,
oh nein! Sie haben, nachdem sie in anonymen Zuchtanstalten aus dem Ei geschlüpft sind (ohne ihre Mutter je zu kennen), zwei Jahre lang nichts anderes gemacht, als in einem engen Stall Eier gelegt, die meisten von ihnen im Auftrag der Mitglieder des Schweizer Geflügelzüchterverbandes. Tag für Tag haben sie gelegt. Für uns. Damit unser Kuchen schön gerät. Unsere Teigwaren fein schmecken. Unser Frühstückstisch mit einer Portion Eiweiss angereichert ist. Ostern möglichst bunt ausfällt. Und, und, und. Und der Dank dafür: Nach zwei solchen tristen Lebensjahren wird ihnen der Hals umgedreht, 1,7 Millionen Mal, denn nach zwei Jahren sind die Legehennen "ausgebrannt", leer, werden die Eier unregelmässig gross und eignen sich nicht mehr für die Ansprüche des verwöhnten Konsumenten, für Sie und mich.

Das Beste kommt aber erst noch: Die 1,7 Millionen Hühner landen nicht etwa auf unseren Tellern, wie man mit einem Anflug von Restanstand noch hoffen könnte, nein, denn dazu sind sie zu zäh und die Zubereitung eines Suppenhuhnes ist für die moderne Hausfrau und den modernen Hausmann zu zeitaufwändig. Ein kleiner Teil der abgemurksten Tiere endet als Tierfutter, der grosse Rest aber als Brennstoff für Zementfabriken und neuerdings auch noch im Interesse des Klimaschutzes in Biogasanlagen.

Aber was schreibe ich hier eigentlich. Dass wir viele Tiere schlimmer behandeln als eine Schaufel voll Kies, regt doch niemanden mehr auf, höchstens noch so "Spinner" wie den Erwin Kessler von der Vereinigung gegen Tierfabriken. Hauptsache ist doch für die meisten von uns, dass die Chinesen die Finger von Büsis und Hundelis lassen - und dass das Eigelb so richtig schön gelb ist! 

Sind Sie auch dieser Meinung?

Bilder: © Viktor Schwabenland / PIXELIO,

 


Mein täglich Brot

Markus Kellenberger | Montag, 05.05.2008

Es ist mir völlig klar, das nachfolgend geschilderte Problem ist ein so genanntes Luxusproblem, vielleicht sogar eine Art von Wohlstandsverwahrlosung, aber: Wo bekomme ich in der Schweiz noch ein einfaches, gutes, feines, chüschtiges, reelles, simples, mehrere Tage lang haltbares und immer noch schmackhaftes Ruchbrot?

Wenn ich in Bäckereien – von den Grossverteilern will ich gar nicht erst reden – stehe, dann erschlägt mich das Angebot schier. Brot des Monats, Brot der Woche, Spezialbrot, Regionalbrot, Holzfällerbrot, Sonnenblumenbrot, Vollkornbrot, Sesambrot, Feierabendbrot, und, und, und. Die Namen werden nicht alle, ebenso wenig der Erfindergeist der Bäckergilde.  Doch was so fantasievoll tönt, ist meist nur mehr oder weniger grob gemahlener Teig, angereichert mit der einen oder anderen als besonders gesund bezeichneten Vogelfuttermischung. Viel Marketing, wenig Geschmack!

So, spätestens jetzt werden verärgerte (vielleicht auch beleidigte) Vertreter der Bäcker-gilde mich eindringlich darauf aufmerksam machen wollen, dass es ganz hinten unten links im Regal immer ein paar Laibe Halbweisses und Ruches hat. Ja! Hat es. Aber in der Regel sind das Brotlaibe für die heute eher seltene Gattung der Grossfamilie – oder dann sind es Halbpfünderli, die am nächsten Tag bereits so trocken sind, dass es selbst mit viel Konfitüre staubt.

Nun, mit meiner Sehnsucht nach einem ehrlichen und etwas länger als 24 Stunden haltbaren Brot stehe ich nicht allein. Eine kleine Umfrage unter Freunden und Kollegen zeigt ähnliche Symptome. Also, liebe Bäckerinnen und Bäcker: Wer von Euch kann uns diesen Herzenswunsch erfüllen.

Bild: © wrw / PIXELIO

4 Kommentar(e) Tags (Stichworte): BäckerBrotErnährung

Die Sache mit der Konsequenz

Markus Kellenberger | Montag, 31.03.2008

Als Natürlich-Redaktor ist mir klar: Ernährung hat gesund zu sein. Ausgewogen. Möglichst natürlich. Vitaminreich. Politisch korrekt und klimatisch neutral. Fair
von A bis Z. Am besten direkt vom Hof. Frisch, frisch, noch frischer.

Ganz besonders gilt das alles für meine Kinder. Die sollen so unverdorben wie nur möglich aufwachsen. Und natürlich gesund. Und sich schon früh dessen bewusst sein. Und jetzt sagen Sie mir: Warum bin ich heute – nachdem ich die Reste vom Zmorge entsorgt, das Bad geputzt, die Stube aufgeräumt, den Küchenboden feucht aufgenommen und die herumliegenden Kleider nach dem Grad der Verschmutzung sortiert habe – einfach die dreihundert Meter zum Coop geradelt, habe dort für jeden ein fettig gegrilltes Hühnerbein, einen Sack Ofenfrites und einen Fixundfertigsalat gekauft?

Wie konsequent muss ein Teilzeit-Hausmann, respektive Hausfrau sein? Und: Komme ich nun in die Hölle, weil ich zu all dem Junkfood unter dem tosenden Applaus der Jung-mannschaft auch noch gleich eine grosse Flasche Denner-Cola spendiert habe? Bitte sagen Sie es mir! Und sagen Sie mir bitte auch, dass ich nicht der einzige bin, bei dem sich Wunsch  und Realität oft gar nicht deckt.

Bilder: © berwis, Paul-Georg Meister / PIXELIO

2 Kommentar(e) Tags (Stichworte): ErnährungGesundheitJunkfood


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