Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Debatte

Warme Luft für das Gesundheitswesen und den Klimaschutz

Markus Kellenberger | Donnerstag, 10.02.2011

Was haben das Gesundheitswesen und die Klimadebatte gemeinsam? Richtig! Es wird bei beiden Themen viel geschwatzt, und raus kommt nur gerade so viel, dass es niemandem weh tut - aber einige Wenige viel daran verdienen. Ein paar einfache Belege dafür, ohne Gewähr auf wissenschaftliche Genauigkeit:

Sparmassnamen im Gesundheitswesen

Im Parlament ein Dauerthema mit hohem emotionalen Unterhaltungswert, das jeden Herbst im Massenexodus vieler Versicherter von der einen zur andern Kasse mündet, nur weil die im Vergleich zufälligerweise die tiefsten Prämien hat - aber nur bis zum nächsten Herbst. Aber mal Hand aufs Herz: Haben Sie von den Sparmassnahmen schon mal was gemerkt? Trotz viel Geschwätz unserer linken und rechten sowie der eingemitteten Volksvertreter steigen die Prämien ebenso unaufhaltsam wie die allermeisten Gewinne der im Gesundheitswesen beteiligten Mitspieler. Die Hausärzte mögen da eine Ausnahme darstellen, aber auch die nagen nicht am Hungertuch.

Massnahmen zur Reduktion der Klimaerwärmung

Alle bisherigen Klimakonferenzen zeichnen sich durch eine immense Menge an sinnlos produzierter warmer Luft aus. Dazu kommen dann noch die vielen Flugmeilen, die die besorgten Teilnehmerinnen und Teilnehmer produziert haben – den vielen Abfall, den jede dieser Konferenzen in Form von sinnlos aber betroffen bedrucktem Papier, Speiseresten, Bett- und Frottierwäsche auch noch hinterlassen haben, und an dem sich einige eine goldene Nase verdient haben, noch gar nicht erwähnt. Ebenso wenig möchte ich an dieser Stelle auf Elektrovelos und Elektroautos zu sprechen kommen, die mehr CO2 produzieren, als ein simpler mit Diesel betriebener sparsamer Kleinwagen … aber zum Glück haben wir alle unsere Haushalte ja bereits mit Sparlampen ausgerüstet, und so unser Gewissen entlastet. So lange zumindest, bis wir die Sparlampen an die Verkaufsstellen zurückbringen müssen, damit sie – erinnert mich an den Abfall aus KKWs – als Sondermüll entsorgt werden können. Doch auch hier halten wir uns tapfer ans bewährte Prinzip: Aus den Augen – aus dem Sinn.

Ich finde, wir drehen uns nicht im Kreis, sondern wir treten an Ort. Aber, und das darf nicht vergessen werden: wir haben darüber geredet. Schön, nicht?

Fotos: epSos.de / flickr / cc, twicepix / flickr / cc


Waidmanns Heil!

Markus Kellenberger | Freitag, 01.10.2010

Auf einer Herbstwanderung im Bündnerland traf ich einen Jäger. Es war mitte September und wir kamen ins Gespräch, denn die Jagd war in vollem Gange. Wir redeten über dies und über das, über die Hirsche und die Gämsen, die heuer aus unerfindlichen Gründen nur schwer zu jagen waren, und schliesslich auch über Grossraubtiere. Ob der Luchs im Bündnerland schon eingewandert sei, fragte ich. „Nein“, sagte der Jäger, „und das wird er auch nicht.“ Eventuell leicht naiv wollte ich wissen, warum. „Nun“, sagte der Jäger, „der Luchs ist allergisch.“ Nach einer kleinen Kunstpause, während der er meine grossen staunenden Augen genoss, fuhr er fort: „Ja, allergisch ist er. Und zwar gegen Blei!“

Nun habe ich im Nationalrat die Wolfsdebatte mitverfolgt und weiss jetzt, auch der stolze Isegrim leidet an dieser Krankheit. Ich könnte mich an dieser Stelle nun einfach lustig machen über die hochsubventionierten Schafzüchter und die futterneidischen Jäger in diesem Land, insbesondere jene aus dem Wallis und dem Graubünden. Doch irgendwie verspüre ich keinen Drang, aus diesem Trauerspiel eine Glosse zu machen. Die Schweiz will mehr Natur? Welche denn? Die, die auf dem Mittelstreifen der Autobahn gerade noch so Platz hat?

Fotos: ninaaa / flickr / cc, tiegeltuf / flickr / cc

1 Kommentar(e) Tags (Stichworte): BielDebatteJägerNaturPolitikWolf


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