Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Berlusconi

Gadaffi, Ghadhafi oder Ghaddafi

Markus Kellenberger | Freitag, 19.03.2010

Wie schreibt man eigentlich Gadaffi richtig? Ghadhafi? Ghaddafi? Gadhafi? Jetzt geistert die Geisel-Affäre schon so lange durch die Medien - und noch immer hat sich kein einheitlicher Schreibstil durchgesetzt. Langsam frage ich mich besorgt: Wie lange geht es, bis die Libyer darin eine Beleidigung ihres "historischen Führers" sehen? Was werden sie dann gegen uns unternehmen? Den von GadaffiGhadhafiGhaddafiGhadhafiGadhafi bereits angedrohten heiligen Krieg (Djihad - richtige Schreibweise!) tatsächlich beginnen?

Des Wüstensohnes Freund Silvio Berlusconi (lustigerweise lässt sich aus Berlusconi das Wort Boni zusammensetzen, was irgendwie an Geld und Mafia erinnert) hat es da viel einfacher. Bei ihm hat sich eine einheitliche Schreibweise durchgesetzt. Er braucht deshalb auch keinen heiligen Krieg vom Zaun zu brechen. Wenn ihm etwas nicht passt, greift er einfach zum Telefon, tätigt ein paar Anrufe, und schwupps macht die Welt, was der Cavaliere verlangt - zumindest die italienische Medienwelt. Unglaublich, dieser Typ.

Stellen Sie sich mal vor, Hans-Rudolf Merz würde, sagen wir mal, mich anrufen und verlangen, ich solle mich über ihn nicht mehr bei jeder Gelegenheit lustig machen….wie das wohl enden würde?

Aber zurück zum Anfang. Wie schreibt sich dieser Terrorist und Menschenschlächter (ich brauche auf diplomatische Gepflogenheiten keine Rücksicht zu nehmen) nun richtig? Helfen Sie mir - und retten Sie die Schweiz!

Fotos: Dan.. / flickr / cc, Ciupix / flickr / cc

2 Kommentar(e) Tags (Stichworte): BerlusconiGeiselnGhadhafiLibyenMerzPolitikSchweiz

Die verlorene Demut der "Hohen Herren"

Markus Kellenberger | Freitag, 23.10.2009

Mit neun Jahren nahm mich mein Grossvater zum ersten Mal mit an die Landsgemeinde. Auf dem Weg von Herisau nach Hundwil, im Appenzellischen macht man fast alles zu Fuss, überholte uns eine Kutsche, in der vier frackgewandete Herren sassen. Grossvater blieb stehen, wendete sich der Kutsche zu – und zog, sich leicht verbeugend, den Hut. Die Männer in der Kutsche taten mit ihren Zylindern dasselbe. „Da ghöört sech eso, wenn die Hohe Herre vo de Regierig vobee faahred, göll“, sagte er zu mir – und ich stellte fest, dass seine Rechte fest am Degengriff sass.

Das Bild hat sich tief in mir eingeprägt, und ich bin heute noch totsicher: Hätten die „Hohen Herren“ ihre Hüte nicht gelüpft, Grossvater hätte sie ihnen mit dem blanken Eisen vom Kopf gefegt. Darum sind wir Appenzeller.

Ich komme zurück zur Zeitung, und warum ich meine, die Welt sei nicht besser geworden. Wie meist wimmelt es in ihr nur so vor „Hohen Herren“. Einige sind Politiker, einige vertreten die Wirtschaft, andere die Gesellschaft und ein paar weitere diverse Götter. Praktisch allen ist ein kleines, aber alles andere als unwichtiges Detail gemeinsam – keiner von Ihnen zieht den Hut. Die Politiker scheinen vergessen zu haben, wer sie gewählt hat, Wirtschaftsführer und Manager blicken selbstherrlich über die Köpfe jener hinweg, denen sie ihren Reichtum und ihre Bonis verdanken, und die Prediger predigen im Namen Gottes, ohne dessen Kinder in die Arme zu nehmen.

Vielleicht ist heute der Tag, an dem ich anfange, Grossvaters Degen öffentlich zu tragen.

PS: Natürlich hätte ich auch Namen aufzählen können. Ein paar Politiker zum Beispiel, wie Berlusconi, der für seine „Freunde“ auf Sardinien ein Bordell betreibt? Oder lieber Sarkozy, der seinen Sohn wie einen Kronprinzen behandelt? Oder Mister Brown, von dessen Spesenkonto ein Arbeiter leben könnte? Oder der Terrorist und Mörder Ghadhafi? Ach wissen Sie, mir fehlt die Zeit, sie alle zu nennen, und ein Obama allein macht die Sache auch nicht wesentlich besser. Sagen Sie deshalb mir, wer Ihnen noch alles – im Guten wie im Schlechten - in den Sinn kommt.

Fotos: josh.liba/flickr/cc, Wolrd Economic Forum/flickr/cc

1 Kommentar(e) Tags (Stichworte): AppenzellBerlusconiGhadhafiPolitikPolitikerSarkozy


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