"16-Jährige lag tot in seinem Bad", und: "Also doch: Schülerin von Freund erschossen". In beiden Fällen sind die Opfer Schülerinnen, junge Menschen, Frauen, Kinder, Jugendliche, gerade mal der Schule entwachsen. In beiden Fällen sind die Täter junge Männer. Der eine 20, der andere 25 Jahre alt. Einer stammt aus dem Kosovo. Aha! Alles klar! Der andere stammt aus der Schweiz. Aha? Warum? Weil er vorbestraft war wegen sexueller Belästigung und versuchtem Totschlag. Aha! Auch alles klar! Wirklich alles klar?
Die Macht der Vorurteile
Einer der Täter hat einen Migrationshintergrund, und das erst noch aus einem Land, von dem wir – geben wir's doch ruhig zu – rein gar nichts erwarten. Gegen Menschen aus dem Kosovo hegen und pflegen wir doch unzählige Vorurteile und bekommen sie regelmässig auch noch bestätigt. Raser, Ehrenmörder, Einbrecher, Gewalttäter. Und Bestien wie der Schweizer, solche müsste man lebenslänglich wegsperren. Für immer. Noch besser gleich… aber das überlassen wir den Texanern, die wissen, wie' geht.
Hirn einschalten
Wenn sich die Stammtischwut dann ein bisschen in Hinrichtungsphantasien entladen hat, sollten wir das Denken wieder einschalten. Warum wurde aus diesen jungen Menschen Opfer und Täter? Und was können wir tun, damit unsere Gesellschaft, in der auch nach der Finanzkrise nur die Zahl unten Rechts in der Bilanz und nicht der Mensch zählt, sich wieder auf andere Werte besinnt?
Haben Sie eine Idee?