Unter Drogen

Markus Kellenberger | Freitag, 22.02.2008

Wussten Sie, dass in der Schweiz gegen sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen Ritalin («das» Medikament gegen Hyperaktivität) verabreicht bekommt? Ausgehend von einer durchschnittlichen Klassengrösse von 20 Kindern, sitzt also in jeder Schulklasse mindestens ein chemisch ruhig gestelltes Kind. Ritalin, das wissen die wenigsten, ist in seiner Zusammensetzung und Wirkung eng mit Partydrogen wie Ecstasy verwandt. Würden dieselben Kinder an einer Schülerparty «Pillen schmeissen» – es wäre ein strafbares Delikt. Aber lassen wir das...

Die Diagnose «Hyperaktivität», kurz ADHS, wird jedes Jahr häufiger gestellt. Aber warum? Werden die Kinder immer nervöser – oder ertragen die Erwachsenen immer weniger? Mich dünkt, in dieser von reinem Konsumdenken geprägten Welt gehen immer mehr angehende Eltern von einem falschen Kinderbild aus. Romantisierte Erzählungen über immer fröhliche Kinder sind daran ebenso schuld, wie Bilder aus der Werbung, die von properen, braven und folgsamen Buben und Mädchen ausgehen, die jederzeit durch die Gabe von gesunder und auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmte Schokoprodukte ruhig gestellt und glücklich gemacht werden können.

Schön wär’s! Kinder sind, egal wie lieb man sie hat, oft nervig, laut, unerträglich, nicht zu bändigen und nicht zu bremsen, frech, weder gehorsam noch belehrbar, in der Schule eine Enttäuschung und häufig einfach eine Katastrophe, die man immer wieder mindestens auf den Mond schiessen möchte. Das, und nicht die schönen Märchen und Werbebilder, ist die Realität, mit der Abertausende von Eltern täglich konfrontiert sind. Ritalin ist eine Möglichkeit, damit umzugehen – Kindern in den überreglementierten Wohnsiedlungen und scharf bewachten Edelrasen wieder mehr Raum für Lärm, Bewegung und Wildsein verschaffen, eine andere.

Links:
www.adhs.ch
www.adhs-schweiz.ch
www.sfg-adhs.ch
www.zappelphilipp.de
www.ads-bei-erwachsenen.de

Bild: © Andreas Reuter / PIXELIO

Tags (Stichworte): ADHSKinderRitalin

Kommentare

  1. Von Skydiver am Freitag, 22.02.2008 Guten Tag Herr Kellenberger

    Früher mal, es ist noch gar nicht lange her, da waren Kinder unterschiedlich. In der Schule und ausserhalb. Das war irgendwie normal - und auch erfreulich. Wären alle in ihrem Verhalten völlig unauffällig gewesen, ich hätte Mühe, mich an alle zu erinnern. Wie sollte man die auch auseinander halten!?

    Heute sind Kinder auch unterschiedlich. Glücklicherweise! Unterschiedlichkeit wird aber heute ganz schnell therapiert. Seltsamerweise! Und findet sich für eine Unterschiedlichkeit noch kein passendes Syndrom, dann erfindet man einfach eines dazu. Und zack: Wieder ein paar kranke Kinder mehr, die dringend behandelt und therapiert gehören.

    Ich wünsche mir für die Zukunft gesunde Kinder, keine Frage. Vor allem aber eine gesunde Betrachtung von Entwicklungsphasen und Unterschiedlichkeiten, die völlig normal sind und nicht therapiert gehören. Weder mit chemischen noch mit psychologischen Keulen.

    Auf der anderen Seite: Vielleicht wäre es volkswirtschaftlich gar nicht klug, würden Syndrome und Heerscharen von beflissenen Therapeuten ganz pragmatisch durch Zuwendung, Erziehung, Leitplanken und Freiräume im Elternhaus ersetzt!?

    Da bin ich mir jetzt gar nicht sicher. Der Versuch könnte sich aber lohnen. Gut möglich, dass der Gesellschaft gesunde und unterschiedliche Kinder langfristig besser bekommen würden. Wir, die Grossen, müssten dazu lediglich unsere Haltung ändern, dem Nachwuchs etwas Zeit opfern und aufhören, jede klitzekleine Auffälligkeit therapiewütig behandeln zu wollen.
  2. Von Andreas am Freitag, 22.02.2008 Ab in die Pfadi mit den Kindern.

    Aber was mit den Eltern tun?!
  3. Von Slartybart am Dienstag, 26.02.2008 Das Care-Team wird sich um sie kümmern!
  4. Von Skydiver am Mittwoch, 27.02.2008 DAS Care-Team? In aller Regel sind das drei autonom operierende Care-Teams: eins für Mutti, eins für Vati und eins für das Kind. Wir sparen da nicht am falschen Ort!
  5. Von Slartybart am Donnerstag, 28.02.2008 Das macht schon Sinn. Alles andere wäre wirtschaftsfeindlich! Pillen zu kaufen und uns von momentanen Verblendungen und den Folgeschäden unseres ferngesteuerten Tuns therapieren zu lassen schafft Arbeitsplätze.
    Gegen Flachheit kämpfen selbst Götter vergebens. Bequemlichkeit ist die Droge, die gleich nach Geld und Macht kommt. Aufrichtiges und verantwortungsvolles Tun hingegen kostet Engagement, und das wird leider in keiner Statistik erfasst.
  6. Von rchristen am Samstag, 12.04.2008 Besser Naturprodukte als Ritalin
    Als 1985 erstmals an einer Gewerbeausstellung die LEONY UR-DINKELSPREU-Matratzen und Kissen gezeigt wurden, bestellte eine Mutter für ihren 15jährigen hyperaktiven Sohn eine Matratze. Sie erzählte vom langen Leidensweg des Jungen, der sich auf gar nichts konzentrieren konnte (auch nicht aufs Spielen), ständig in Bewegung war, kaum seinen Namen fehlerfrei schreiben konnte und sämtliche Lehrer und Lehrerinnen zur Verzweiflung brachte. Die positive Überraschung als Folge der mütterlichen Intuition liess nicht lange auf sich warten: Der „unmögliche“ Sohn schlief plötzlich besser, wurde ruhiger, die schulischen Leistungen stiegen konstant, so dass er bei Schulschluss in einem renommierten Gastrobetrieb eine Anlehre als Koch mit Erfolg abschliessen konnte. Er versuchte zwar zwischendurch auf marktüblichen Matratzen und Kissen zu schlafen, kam aber rasch zur Einsicht, dass ihm die kieselsäurehaltigen Produkte besser dienten.
    Inzwischen konnte mit den Kieselsäure/Silicea ausstrahlenden Matratzen und Kissen etlichen ADHS-geplagten Jugendlichen und deren Angehörigen zu besserer Lebensqualität verholfen werden. Kieselsäure, neben Sauerstoff das wichtigste Element für den Menschen, kann auch über die Haut aufgenommen werden und vermag viele Gesundheitsprobleme zu lösen ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Die vermehrte Kreislauf- und Stoffwechselförderung zusammen mit tiefem Schlaf vermag Blockaden zu lösen. Kieselsäure/Silicea-Mangel kann Grund vieler Gesundheitsprobleme sein. Durch die Verwendung der richtigen Naturprodukte erübrigt sich erfahrungsgemäss die Einnahme von Ritalin.
    Albert Christen
    UR-DINKELSPREUprodukte
    2544 Bettlach

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