Sex, Drugs 'n Rock'n'Roll
Markus Kellenberger | Dienstag, 20.05.2008
«Papa, hast du auch schon Drogen genommen?»
Die Beantwortung dieser Frage unseres Zehnjährigen ist heikel. Wie erklärt man den eigenen Kindern, dass man jahrelang gekifft hat, was die Lunge hielt, um im Anschluss daran glaubwürdig zu verlangen, dass der Nachwuchs von Sex, Drugs 'n Rock'n'Roll die Finger lassen und erst die Hausaufgaben machen soll. Mein Gott! Viel lieber erzähle ich zum hundertsten Mal die Sache mit den Blumen und den Bienen.
Welche Kinderfragen bringen Sie in Verlegenheit?
Bild: © Rob Flynn
Kommentare
Aber Leute, die einem «nicht gefährlich werden» können, darf man ohne weiteres auch ehrlich informieren. Und gerade bei Kindern kommt das meistens gut an, wenn es vorerst vielleicht auch einige Verwirrung stiftet. Was soll die vielzitierte Bienengeschichte? Bienen sind keine Menschen! Man muss ja nicht gleich vom «Vögeln» sprechen. Biologie-Bücher gibts heute genug.
Zugegeben, es ist häufig auch eine Gratwanderung, wem was wann gesagt werden soll. Eine gewisse Reife des Empfängers gehört schon dazu, um z.B. verbotene Dinge oder eigene Irrtümer und Lernprozesse preiszugeben.
Bei Kindern ist man als Erwachsener doch meistens eine mehr oder weniger verlässliche Instanz. Diese Position darf nicht benutzt werden, um Macht zu sichern, Unwahrheiten oder Lügen zu verbreiten oder um Angst zu machen. Wer ehrlich ist, darf sich ein schlechtes Gedächtnis erlauben. Nur wer lügt oder «selektiv informiert», hat das Problem, dass er seine Geschichten im Kopf behalten muss, um sich nicht zu verraten.