Schweinegrippe die Zweite - mit harten Bandagen gegen Impfmuffel
Markus Kellenberger | Mittwoch, 18.11.2009
Mal hat es genügend Impfstoff, dann hat es wieder zu wenig Impfstoff, dann kommt der Impfstoff zu spät, dann geht er aus, dann rollen wieder Kühllastwagen mit neuem Impfstoff, dann hat es Schlangen vor den Impfzentren, dann werden Impfwillige abgewiesen, dann sterben Geimpfte, dann leiden im "Blick" Prominente unter der Schweinegrippe, dann geht der Impfstoff für die Saisongrippe aus….
Das Theater geht weiter. Wenn Sie mich fragen: Die Meldungen vom knappen und/oder ausgegangenen Impfstoff soll doch nur denen Angst machen, die bis jetzt noch nicht klar für die Impfung ausgesprochen haben. Mein Vater übrigens, der ist im kritischen Alter, deshalb liess er sich vor zwei, drei Jahren gegen die saisonale Grippe impfen. Danach war er den ganzen Winter durch mudrig und krank. Und die Grippe hat er auch noch bekommen, worauf ihm sein Arzt gesagt haben soll, der Impfstoff sei halt ein bisschen "daneben gelegen".
Ich halte es mit der grünen aargauer Regierungsrätin und Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli: Sie hat den gesunden Menschenverstand eingeschaltet und steht dazu, auf die Grippeimpfung zu verzichten - und im Falle einer Erkrankung vernünftig im Bett zu bleiben, so wie es sich gehört. Und seien Sie sicher, liebe Leserinnen und Leser: Der Kanton Aargau würde deswegen nicht zwischen Bern und Zürich aufgeteilt.
Übrigens: Der Schweizer Oberimpf-Papst, Beda M. Stadler, der sich gern auf allen Kanälen für die Wünsche der Pharmaindustrie stark macht, hat sich selber auch nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Warum? Weil er als Mediziner wohl genau weiss, was man macht - und was man besser sein lässt.
Foto: BlueGoa / flickr / cc
Kommentare
Sind alle schon tot? Oder geimpft?
Die Natürlich-leben Site ist dermassen ekelhaft penetrant mit Werbung verunstaltet, dass ich nicht mehr bereit bin, dieses Geblitze mit meiner Schreibe zu nähren. Es gibt genügend anständige Orte, an denen ich mich kreativ betätigen kann, ohne dafür bestraft zu werden. Als Anzeigenumfeldgestalter bin ich mir definitiv gut.
Ein Auskunftsdienst mit begehrenswerten Daten kann sich einen solchen Umgang mit seinen Bittstellern wohl erlauben. Eine Site, die ihre Gäste als solche achtet und bei Stange halten will, nicht. Hier bleibt einem wirklich nur noch das Wegzappen.
http://dilbert.com/dyn/str_strip/000000000/00000000/0000000/000000/70000/3000/400/73437/73437.strip.sunday.gif
Unser Betriebsinternes "Projektteam Pandemie-Vorkehrungen" hat gestern ein neues Merkblatt verschickt, das in der ganzen Abteilung für frohes Lachen gesorgt hat (Sorry, Jungs, ich weiss, dass Ihr Euch um unsere Gesundheit sorgt). Dem Merkblatt nach sollten wir eine "Distanz von mindestens einem Meter von Person zu Person einhalten". Diesen Ratschlag habe ich heute Morgen schon mal in den Wind geschlagen, als mir unsere Leserberaterin Sabine Hurni in der Kaffeepause rasch zeigte, wie der Cha-Cha-Cha-Schritt schon wieder geht - - - wir haben uns danach ganz sicher auch nicht die Hände gewaschen!
Noch ein lustiger Punkt auf dem Merkblatt: "Wenn immer möglich Benützen des Telefons und des Internets (Email) sowie Organisieren von Videokonferenzen für das tägliche Geschäft; selbst wenn sich die Beteiligten im gleichen Gebäude befinden".
Mein Kollege Andres Jordi sitzt vis-à-vis von mir (ca. 1,5 Meter). Schreibe ihm gleich ein Mail, dass ich mit Ihm Telefonieren möchte.
Leider ist die ganze Sache ja gar nicht soo lustig. "Liebe Mitarbeiter, haltet Euch fern voneinander." Andernorts bauen sie physische Mauern - mit verheerenden Folgen.
Tanzend und schmusend können wir dem Psychoterror wohl am besten gegen halten.
Humane, neutrale, vorbildliche Schweiz - es war einmal.
Hatte genau die selben Gefühle wie Sie angesichts der Abstimmungsresultate. Vielleicht handelt es sich dabei um eine Art Hirngrippe, kombiniert mit einem xenophoben Hautausschlag.