Mein liebstes Bundesamt

Andres Jordi | Freitag, 16.10.2009

Jetzt weiss ich endlich, mit welch lebenswichtigen Dingen sich das Bundesamt für Veterinärwesen so beschäftigt. Denn eben meldet der Mediendienst des Bundes, dass vom BVET die Hundebissstatistik 2008 erschienen sei. Deren bemerkenswerte Erkenntnis: «Die Meldungen über Vorfälle mit Hunden sind konstant.» Exakt 2567 Hundebisse beim Menschen seien gemeldet worden, 2007 seien es 2678 Fälle gewesen.

Auf 14 Seiten werden in beeindruckenden Kuchen- und Balkendiagrammen des weiteren alle möglichen hochinteressanten Zusammenhänge zwischen beissenden Hunden und gebissenen Menschen oder Tieren aufgezeigt: Besitzverhältnisse, Orte der Vorfälle, Altersverteilung der Opfer, Bissmeldungen nach Altersklassen der Bissopfer aufgeschlüsselt (Kinder werden häufiger und über 70-Jährige weniger häufig gebissen, beides statistisch signifikant), die Grösse der beissenden Hunde bei Vorfällen mit Kindern, die betroffenen Körperstellen usw. Alles hoch spannend.

Die bissfreudigsten Hunde sind American Pitbull Terrier und Schweizer Sennenhunde, die friedliebendsten Hunde nicht etwa Golden Retriever oder Labrador, sondern Cane Corso. Auch wenn diese nicht so aussehen mögen, sie haben 2008 keinem Menschen etwas zuleide getan. Sie schnappen lieber nach Tierischem.

Wer sich ebenfalls für die wirklich essenziellen Dinge unseres gesellschaftlichen Zusammenseins interessiert, sollte sich die mit wissenschaftlicher Akribie und viel Liebe zum Detail erstellte Analyse hier sofort herunterladen, ausdrucken und aufs Genauste studieren. Es ist überaus lohnenswert.

Das BVET wartet übrigens noch mit einem anderen unverzichtbaren Dienst an Bürgerinnen und Bürgern auf. Sie betreibt seit August ein Wellensittich-Forum. So viel Volksnähe und direkten Nutzen für Land und Steuerzahler lobe ich mir.

Fotos: jclutter/flickr/cc, danielle blue/flickr/cc

Tags (Stichworte): BundesamtBVETPolitikSchweiz

Kommentare

  1. Von LustigeFrau am Freitag, 16.10.2009 "Sowohl der hohe Anteil an Hunden, die dem gebissenen Kind bekannt sind wie die Tatsache, dass beinahe annähernd die Hälfte der Vorfälle, bei denen die Örtlichkeit angegeben wurde, beim Hund zu Hause geschehen, weisen auf die Problematik hin, dass viele Hundehalterinnen und Hundehalter zu wenig für Risikosituationen sensibilisiert sind." -- Wow!

    Aber jetzt im Ernst: Richtig begeistert bin ich vom Fazit auf Seite 14.
  2. Von Malven am Dienstag, 20.10.2009 Man muss Sie wohl kaum kennen Herr Jordi, um zu merken, dass es sich nicht lohnt, sich mit den Ergebnissen der Hundebissstatistik zu befassen... Warum also die Analyse herunterladen und die Aufmerksamkeit in etwas stecken, was weder Freude macht, noch der Weisheit dient, sondern nur den Gedanken den kleinen Gefallen tut, sich darüber zu lustig zu machen?

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