Ganzheitlicher Konsum
Markus Kellenberger | Montag, 18.02.2008
Viele meiner Bekannten nehmen natur-heilkundliche Hilfe in Anspruch. In der Regel handelt es sich dabei um die Ein-nahme von Tees oder die Verwendung von Sprays, Salben und anderen Präpa-raten auf pflanzlicher Basis. «Sie ist halt so ganzheitlich, die Naturheilkunde», höre ich dann oft als Begründung.
Die ist im Prinzip richtig. Die Naturheilkunde ist ganzheitlich – sofern man sich darauf einlässt. Für den modernen und gestressten Menschen ist sie meist aber einfach nur Ersatz für die Pille aus der Pharmafabrik. Akuter Kopfschmerz, zum dritten Mal diese Woche? Kein Problem: Arnikatropfen statt Aspirin, und die Sache ist geritzt. Ich frage mich: Was soll an diesem Konsumverhalten – und das trifft wohl auf die Mehrheit derer zu, die auf Naturheilkunde schwören – «ganzheitlich» sein?
Natürlich ist es erfreulich, dass der Absatz natürlicher Präparate Jahr für Jahr steigt. Aber mit dem tieferen Sinn althergebrachter Heilmethoden und mit dem Begriff «ganzheitlich» hat das wohl nichts zu tun.
Bild: © kaemte / PIXELIO
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