Gadaffi, Ghadhafi oder Ghaddafi

Markus Kellenberger | Freitag, 19.03.2010

Wie schreibt man eigentlich Gadaffi richtig? Ghadhafi? Ghaddafi? Gadhafi? Jetzt geistert die Geisel-Affäre schon so lange durch die Medien - und noch immer hat sich kein einheitlicher Schreibstil durchgesetzt. Langsam frage ich mich besorgt: Wie lange geht es, bis die Libyer darin eine Beleidigung ihres "historischen Führers" sehen? Was werden sie dann gegen uns unternehmen? Den von GadaffiGhadhafiGhaddafiGhadhafiGadhafi bereits angedrohten heiligen Krieg (Djihad - richtige Schreibweise!) tatsächlich beginnen?

Des Wüstensohnes Freund Silvio Berlusconi (lustigerweise lässt sich aus Berlusconi das Wort Boni zusammensetzen, was irgendwie an Geld und Mafia erinnert) hat es da viel einfacher. Bei ihm hat sich eine einheitliche Schreibweise durchgesetzt. Er braucht deshalb auch keinen heiligen Krieg vom Zaun zu brechen. Wenn ihm etwas nicht passt, greift er einfach zum Telefon, tätigt ein paar Anrufe, und schwupps macht die Welt, was der Cavaliere verlangt - zumindest die italienische Medienwelt. Unglaublich, dieser Typ.

Stellen Sie sich mal vor, Hans-Rudolf Merz würde, sagen wir mal, mich anrufen und verlangen, ich solle mich über ihn nicht mehr bei jeder Gelegenheit lustig machen….wie das wohl enden würde?

Aber zurück zum Anfang. Wie schreibt sich dieser Terrorist und Menschenschlächter (ich brauche auf diplomatische Gepflogenheiten keine Rücksicht zu nehmen) nun richtig? Helfen Sie mir - und retten Sie die Schweiz!

Fotos: Dan.. / flickr / cc, Ciupix / flickr / cc

Tags (Stichworte): BerlusconiGeiselnGhadhafiLibyenMerzPolitikSchweiz

Kommentare

  1. Von Slartybart am Freitag, 19.03.2010 Eigentlich ist es ja egal, wie man den Namen schreibt, ein Stinkberg wird auch nicht sauberer, wenn man ihn Multikomponentendeponie nennt. Man könnte den grossen Führer auch Zündhölzli nennen, im Gedenken an den guten, alten Mani M.; dem kann er jedenfalls nicht mehr an den Karren fahren. Aber er wird sich mit Bestimmtheit bald schon ein anderes Opfer auslesen.

    Viel bedenklicher finde ich, was im Zusammenhang mit Ihrer Edelkeit europapolitisch abläuft. Wo die Leute Schtutz riechen, werden alle andere Werte gnadenlos über Bord geworfen. An ihren Taten solltet ihr sie messen, hüben wie drüben und für die Schweiz besonders in der Europafrage. Unsere Schmutzfüsse sind bloss kulturell angepasster, da laufen die Unterdrückungen und Erpressungen halt ein bisschen diskreter ab.

    Man könnte auch eine geografische Linie ziehen: Je südlicher, desto hitziger. Silvio B. tarnt sich als Lebemann, Sarkozy als Playboy. In der Schweiz darf selbst die Prima inter pares nicht so extravagant auftreten. Dänemark hingegen scheint den Schutzwall so wirkungsvoll konstruiert zu haben, dass unsere Rechtsaussen vor Neid erblassen. Wenn Italien bockt, könnten wir ja einen Pakt mit Dänemark anstreben.

    Aber zurück zum Anfang: ER heisst Colonel Mu’ammar al-Gaddafi. Und sollten Sie ihm ein Brieflein schreiben wollen, bitte so adressieren:

    Leader of the Revolution
    Colonel Mu’ammar al-Gaddafi
    Office of the Leader of the Revolution
    Tripoli
    Great Socialist People’s Libyan Arab Jamahiriya
  2. Von LustigeFrau am Dienstag, 23.03.2010 أسامة بن لادن‎ (in unseren Breiten auch Usāma ibn Muhammad ibn Awad ibn Lādin genannt) hat ein ähnliches Problem. Bleibt uns nur, zu hoffen, dass sie damit klar kommen...

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