Die Kleinen hängt man - die Grossen klotzen weiter

Markus Kellenberger | Donnerstag, 01.04.2010

Radiomeldung 1: Die Ständeratskommission hat entschieden, dass Banker keine Sondersteuer auf ihre Boni zahlen sollen. Der Freiburger SP-Ständerat Alain Berset hatte das in einer Motion verlangt. Konkret wollte er, dass alle Boni des letzten Jahres, die 40000 Franken übersteigen, mit einer einmaligen Sondersteuer von 50 Prozent zu belasten seien, wie das auch Grossbritannien und Frankreich bereits beschlossen haben.

Radiomeldung 2: Eine weitere Ständeratskommision fordert, dass Sozialhilfeleistungen künftig besteuert werden sollen, um falsche Anreize zu beseitigen.

Sagen Sie mal: Spinne ich - oder spinnen die?

Fotos: ThouArt / flickr / cc, NeoGaboX / flickr / cc

Tags (Stichworte): BankerBoniPolitikSchweizSondersteuerSozialhilfeSteuern

Kommentare

  1. Von Slartybart am Freitag, 02.04.2010 Sie spinnen! Ganz eindeutig. Ich übrigens auch. Spinnen wir also gemeinsam an einem Netz, das so dicht sein wird, dass es solche Ideen (keine Steuern auf Gewinnen der Mächtigen) erfolgreich von uns abschirmt. Verhindern können wir diese Freipässe nicht, aber eine Art Firewall, die unsere geistige Entwicklung nicht durch diese Raffgier verschmutzt, wäre doch manchmal ganz gäbig, nicht?

    Also, mal abgesehen davon, dass uns der gute Bube M. auch in den April geschickt haben könnte, kann ich Radiomeldung 1 durchaus nachvollziehen. Meine Damen und Herrn, die sich jetzt aufregen: Wir wählen solche Leute in unsere Regierungen. Ein Teil von Ihnen hat's offenbar langsam gemerkt und die Steigbügelhalter solcher Machenschaften bei den letzten Wahlen ein bisschen abgestraft. Doch ändern wird sich deswegen nicht so schnell etwas. Denn während sich die betreffende Partei noch die Wunden leckt, entstehen bereits kreative Lösungen im Sinne der Erfinder: Man wird die Boni einfach anders nennen und weiter abzocken. Bei Firmen läuft das schon lange so: Ist der Laden marode, schreibt man ihn anders an und das Spiel beginnt wieder von vorn.

    Radiomeldung 2 hingegen dürfte eher mit dem Verfassungsdatum zusammenhängen - ausser es sei einer auf die geniale Idee gekommen, eine Art Klimakompensation im Sozialwesen zu erschaffen. Dienstleistungs-Nischenlösungen solcher Art sind ja auch innovative Geschäftsideen. Der Tag, an dem wir zutodegediestleistet werden, rückt unaufhaltsam näher. Wo da der Zusammenhang bleibt? Das Steueramt ist nicht etwa ein Geldeintreiber, sondern eine Dienstleistungsabteilung Ihrer Gemeinde. Prost Gemeinde!
  2. Von kellenberger am Dienstag, 06.04.2010 Lieber Slartybart
    Nix April - aus diesem Alter bin ich raus.

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