Wonnemonat

Remo Vetter | Ausgabe 05 - 2010

Im Mai gibt es im Garten viel zu tun. Der Lohn der Arbeit: Das ganze Jahr durch frisches und gesundes Gemüse aus eigener Produktion – und viele glückliche Freunde.

Obst, Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten liegen seit einigen Jahren wieder im Trend – böse Zungen behaupten seit der Finanzkrise! Die Nachfrage nach Schrebergärten ist so gross, wie zuletzt zur Zeit unserer Grosseltern. Ein gewichtiger Grund ist sicherlich die wachsende Zunahme unseres Gesundheitsbewusstseins, und dabei spielt die Ernährung natürlich eine wichtige Rolle.

Geschenke für Freunde

Begriffe wie frisch, saisonal und einheimisch sind dabei zu wichtigen Argumenten des bewussten Verbrauchers geworden. Wir achten wieder vermehrt auf die Qualität der Lebensmittel, auf deren Herkunft und auf faire Arbeitsbedingungen. Und in diesem Zuge gibt es wohl nichts Besseres, als etwas, das frisch im Garten ausgegraben oder direkt und in voller Reife vom Strauch gepflückt wird. Nicht nur schmecken die eigenen Produkte besser und haben viel mehr Vitamine anzubieten, sie verbinden uns auch wieder mit dem Rhythmus der Natur und den Jahreszeiten. Heinz Knieriemen schreibt in seinem Artikel, wie wichtig diese Rhythmen für unsere Seele und unsere Gesundheit sind.

Geduld als Gärtnertugend

Der Reiz am Gärtnern liegt für mich darin, dass man nie auslernt. Gärtner sind deshalb auch richtige Optimisten und versuchen es jedes Jahr noch besser zu machen. Wenn Sie zum ersten Mal einen Garten anlegen, sollten Sie zuerst feststellen, in welchem Zustand der Boden ist. Ist der Garten gepflegt oder vernachlässigt. Hat es problematische Unkräuter. Wie hat der Vorbesitzer gearbeitet. Probieren Sie im ersten Jahr einige wenige Gemüsearten aus, um herauszufinden, was am besten gedeiht und sprechen Sie mit Ihren gärtnernden Nachbarn. Man kann viel von «alten Hasen» lernen.

Der Boden und das Klima sind zwei der wichtigsten Faktoren, die man berücksichtigen muss. Die Pflanzen brauchen einen nährstoffreichen, fruchtbaren Boden. Darum haben wir schon des Öfteren bei der Übernahme eines Gartens im ersten Jahr den Boden analysiert, Gründüngungen eingesät, Kompost ausgebracht, Problempflanzen und Unkräuter eliminiert und erst im zweiten Jahr mit dem eigentlichen Bepflanzen begonnen.

Ein Platz zum Geniessen

Abgesehen von wenigen mehrjährigen Arten wie Rhabarber, Spargel und Fruchtbüschen, die lange an ihrem Platz bleiben, müssen Gemüse und die meisten Kräuter jedes Jahr frisch ausgesät oder gepflanzt werden. So verhindern Sie, dass Pflanzen immer die gleichen Nährstoffe verbrauchen und damit den Boden auslaugen. Ich halte eigentlich keinen festen Plan ein, beachte aber jedes Jahr, dass die Pflanzen an einen anderen Ort zu stehen kommen.

Bitte vergessen Sie nicht: Obst und Gemüse verlangen nach einem nährstoffreichen Boden. Darum geben wir den Beeten im Herbst oder im zeitigen Frühjahr eine Gabe biologischen Stallmist und Kompost zur Bodenverbesserung.

Der Autor
Remo Vetter wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräutergarten von A. Vogel hegt.


 Fotos: fotolia.com

 

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