Weniger ist mehr
Fisch-Label helfen wenig gegen die Übernutzung der Meere. Die Lösung liege in einem verringerten Konsum, sind Naturschützer überzeugt.
Grossverteiler wie Coop und Migros haben in den letzten Jahren ihre Fischabteilungen ausgebaut. Deshalb wird sie kaum freuen, dass der Verein «fair-fish» die Botschaft verbreitet: «Nur weniger Fisch essen ist nachhaltig!» Das schmerzt, denn gemäss neusten Zahlen isst über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung mindestens einmal pro Woche Fisch. Dies nicht zuletzt deshalb, weil Ernährungsfachleute Fisch immer noch als wichtigen Lieferanten für Omega-3 Fettsäuren propagieren.
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Die Kampagne von «fair-fish» beruht auf Fakten. Seit 1960 hat sich der weltweite Fischkonsum vervierfacht und er wächst weiter. Um die Nachfrage zu decken, muss bis in zehn Jahren doppelt so viel Fisch gefangen, gezüchtet und verarbeitet werden wie heute – und das vor dem Hintergrund, dass die Meere immer leerer werden. Für Meeresbiologen steht zweifelsfrei fest: Die Fische sind nicht einfach verschwunden – sie wurden von uns gegessen. Trotzdem geht die von vielen Staaten hoch subventionierte Überfischung ungebremst weiter.
Auch Fisch aus Zuchten löst das Problem nicht. Rund ein Drittel des weltweiten Fanggewichts aus den Meeren wird zu Futtermehl verarbeitet, das zur Ernährung von Zuchtfischen, Masthühnern und Schweinen verwendet wird. Auch hier ist die Tendenz steigend. Zwar gibt es mittlerweile verschiedene Labels, von «Dolphin save» bis hin zu «Bio- Fisch». Doch: «Ein Label nützt nichts, wenn es nicht zu einer effektiven Verbesserung der Fischbestände führt», hält die Kampagne von «fair-fish» fest und kommt deshalb zum Schluss: «Eine Fischmahlzeit pro Monat liegt drin, mehr nicht.» Nur das werde den Fischen und den Meeren nachhaltig helfen.
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