Weniger illegale Abholzung

Andres Jordi | Ausgabe 09 - 2010

In den tropischen Regenwäldern soll die illegale Abholzung laut einer britischen Studie markant zurückgegangen sein.

Verschiedene Fachleute haben jedoch ihre Zweifel. In den letzten zehn Jahren soll die illegale Abholzung des Tropenwaldes beträchtlich zurückgegangen sein. Nach einer Studie von Wissenschaftlern des Forschungsinstituts Chatham House in London nahm die illegale Abholzung in Indonesien um 75 Prozent ab, in Brasilien zwischen 50 und 75 Prozent und in Kamerun um 50 Prozent. Damit
konnten rund 17 Millionen Hektaren Regenwald geschützt werden. Analog dazu ging demnach auch der Handel in den Importländern um 30 Prozent zurück. Bei Weitem am meisten unbewilligt geschlagenes Holz importiert China.

Laut den Forschern ist der markante Rückgang vor allem auf eine verstärkte Durchsetzung der Gesetze sowie das Bestreben in den Importländern zurückzuführen, den illegalen Handel zu unterbinden. So ist die Einfuhr ohne Genehmigung gefällten Holzes in den USA verboten. Das EU-Parlament verabschiedete kürzlich ein Gesetz, das die Inverkehrbringung von entsprechendem Holz oder Produkten daraus verbieten soll.

«In der Schweiz existiert bislang kein solches Gesetz», sagt Corina Gyssler vom WWF Schweiz. Der Bundesrat habe lediglich eine Deklarationspflicht für Hölzer beschlossen, die eine Ausweisung der Herkunft des gehandelten Holzes verlange und im Oktober 2010 in Kraft trete. Der Import illegal geschlagenen Tropenholzes ist damit allerdings nicht verboten, auch wenn ein Grossteil über die EU in die Schweiz gelangt. Daneben existiert hierzulande nur eine freiwillige Vereinbahrung zwischen dem Verband Schweizerische Türenbranche und den Umweltorganisationen, kein illegal produziertes Tropenholz zu verarbeiten.

Trotz des markanten Rückgangs beim unbewilligten Holzschlag bleibe dieser ein Hauptproblem, konstatieren die englischen Forscher. So seien 2009 noch immer 100 Millionen Kubikmeter Holz ohne Genehmigung geschlagen worden. Verschiedene Experten zweifeln zudem an der Aussagekraft der britischen Studie, da sie sich vor allem auf Daten der jeweiligen Behörden stützt. Sie bemängeln die Zuverlässigkeit und Transparenz von Kontrollen und bezeichnen die Angaben teilweise als unglaubwürdig.

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung ist die Holzwirtschaft – abhängig von der Region – nach Zahlen des deutschen Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Städteentwicklung allerdings nur für 2 bis 10 Prozent der Abholzung von Regenwald verantwortlich. Der Hauptanteil von 86 bis 94 Prozent wird zur Gewinnung von Agrarflächen und für die Viehwirtschaft abgeholzt.

Foto: zvg

Tags (Stichworte): AbholzungForscherillegalRegenwaelderStudieTropenTropenwald

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