Welche Zukunft haben die Meere?
Die Menschheit ist dabei die Meere komplett zu plündern. Wissenschaftler haben berechnet: Machen wir so weiter wie bisher, werden die marinen Ressourcen in 40 Jahren komplett erschöpft sein.

Beifang: Netze nehmen keine Rücksicht auf bedrohte Arten
Betrug der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum an Fisch- und Seafoodprodukten 1961 weltweit noch neun Kilogramm, so sind es heute bereits 16,5 Kilogramm. Auch im Binnenland Schweiz nahm der Fischkonsum in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 20 Prozent zu. Jährlich werden rund 86 Millionen Tonnen Fische und Meerestiere aus den Meeren gefischt. Die Folge: Mehr als drei Viertel der wirtschaftlich genutzten Fischbestände sind bis an ihre Grenzen ausgebeutet oder überfischt.
Einer der grössten und schnellsten Fische der Weltmeere ist der Rote Thun. Vor 40 Jahren gab es diesen Hochseejäger im Überfluss – heute stehen die Bestände im Mittelmeer kurz vor dem Zusammenbruch. Seine Feinde heissen Sushi und Sashimi. Der zunehmende Trend dieser Delikatessen macht ihn heute in den Meeren zu einer Seltenheit. Ähnlich wie dem Roten Thun ergeht es auch seinen Kollegen Heilbutt, Steinbutt, Rotbarsch, Seezunge, Meeraal und Katfisch im Nordostatlantik.
Fisch bewusst einkaufen
Dank dem WWF-Einkaufsratgeber Fische & Meeresfrüchte finden Konsumentinnen und Konsumenten schnell die Fische, die sie mit ruhigem Gewissen kaufen können. Zu empfehlen ist Wildfisch mit Marine Stewardship (MSC)-Label, Zuchtfisch mit dem Bio-Label oder Fisch aus einheimischen Gewässern.
Den Ratgeber im Portemonnaieformat gibt es kostenlos beim WWF, Telefon 044 2972121 oder service@wwf.ch, weitere Infos zum Thema unter www.wwf.ch/fisch.
Hier können Sie den WWF-Einkaufsratgeber kostenlos downloaden
Um die hohe Nachfrage nach Fisch und Meerestieren zu decken, werden diese immer häufiger gezüchtet. Bereits ein Drittel aller Fisch- und Seafoodprodukte auf dem Schweizer Markt stammen aus sogenannten Aquakulturen. Weil Zuchtfische in der Regel mit Fischmehl und Fischöl gefüttert werden, für dessen Herstellung wiederum Meeresfische gefangen werden, tragen Zuchten ihrerseits zum Leerfischen der Ozeane bei. Über 30 Prozent der welt-weiten Fangmenge wird bereits für die Futtermittelproduktion eingesetzt. «Längerfristig ist diese Variante nur ein Ausweg aus der Überfischungsproblematik, wenn Fischmehl und Fischöl aus Abfällen der Speisefischindustrie oder anderen nachhaltig bewirtschafteten Quellen gewonnen wird», so Zimmermann.
Für den Schutz der Fischbestände engagiert sich der WWF auf unterschiedlichen Ebenen: Er fördert umweltschonende Fischerei-Techniken, entwickelt mit Wirtschaft und Politik Massstäbe für umweltgerechte Fischfarmen und gibt KonsumentInnen Tipps für den umweltgerechten Fischeinkauf. Mit der WWF Seafood Group unterstützt der WWF Schweiz verantwortungsbewusste Schweizer Unternehmen dabei, schrittweise ihr Sortiment auf Fische aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen und umweltverträglichen Zuchten umzustellen.
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