Unerhört laut
Tropische Fledermäuse stellen bezüglich Schallpegel jedes Rockkonzert in den Schatten.
Für ihre Nahrungssuche benutzen Fledermäuse die sogenannte Echoortung: Sie senden hochfrequente Schallwellen und können anhand der reflektierten Signale ihre Beute exakt orten. Annemarie Surlykke von der University of Southern Denmark und Elisabeth Kalko von der Universität Ulm haben kürzlich in Panama untersucht, welche Schallpegel tropische Fledermäuse dabei erreichen. Es zeigte sich, dass die Tiere wahre Schreihälse sind. So massen die beiden Forscherinnen beispielsweise bei Hasenmaul-Fledermäusen (Noctilionidae) in zehn Zentimeter Entfernung von deren Maul Schallpegel von 140 Dezibel (dB). Zum Vergleich: Der zulässige Grenzwert für öffentliche Musikveranstaltungen liegt gemäss der Schweizer Schall- und Laserverordnung bei 93 dB, ein startendes Flugzeug lärmt in 100 Meter Abstand mit 125 dB und die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs liegt bei 120 bis 130 dB.
Um kleine Insekten überhaupt orten zu können, senden die Fledermäuse Schallwellen hoher Frequenzen aus. Dies hat allerdings den Nachteil, dass die Signale in der Luft schnell abgedämpft werden und deshalb nicht weit tragen. Das Handicap der geringen Reichweite können die nachtaktiven Säugetiere mit höheren Schallpegeln wettmachen. Damit erklären sich die Wissenschaftlerinnen auch, weshalb die Hasenmaul-Fledermäuse solch hohe dB-Werte erreichen.
Zum Glück senden die Fledertiere ihren ohrenbetäubenden Lärm im für den Menschen nicht hörbaren Ultraschallbereich aus.
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