Umweltbewusst konsumieren

Andres Jordi | Ausgabe 9 - 2008

Mit den richtigen Massnahmen kann jeder dazu beitragen, die Umwelt weniger zu belasten.

Dass wir mit unserem Lebensstil die Umwelt beeinflussen, ist wohl mittlerweile allen klar. Laut WWF Schweiz sind alleine die Bereiche Wohnen, Ernährung und Mobilität für über 80 Prozent der Umwelt-belastungen verantwortlich. Wie die persönliche Umweltbilanz aussieht und wie man diese durch entsprechende Entscheidungen positiv verändert, scheint hingegen vielen Menschen weniger bewusst zu sein. Aufgrund dieses Mankos hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) auf seiner Webseite entsprechendes Hintergrundwissen und Verhaltenstipps zur Thematik des umweltbewussten Konsums zusammengestellt. Welche Konsumentscheide den grössten Einfluss auf die Umwelt haben, zeigt eine Hitparade.

 

Im Bereich Wohnen ist laut Bafu die Wahl des Wohnstandortes entscheidend, da dieser ausschlaggebend ist für die beim Einkaufen, auf dem Arbeitsweg und in der Freizeit zurückgelegten Distanzen. Ebenfalls prioritär ist die beheizte Wohnfläche pro Bewohner. Zudem ist die thermische Qualität des Gebäudes entscheidend: Dämmung, Verglasung, Heizsystem und Energiequellen beeinflussen die Umweltbelastung in hohem Mass. Daneben wirken sich die verwendeten Baumaterialien und das Wohnverhalten im Alltag (Raumtemperatur, Lüften, Warmwasserverbrauch) auf die Umwelt aus.

Im Bereich Mobilität klassifiziert das Bafu die Distanz und Häufigkeit der zurückgelegten Wege als entscheidenden Faktor in der persönlichen Ökobilanz. Insbesondere die Wahl des Ferienziels hat hier einen grossen Einfluss. Am zweitwichtigsten ist die Wahl des Verkehrsmittels. Die grössten Auswirkungen pro zurückgelegtem Kilometer verursachen Flugzeuge auf Kurzstreckenflügen gefolgt von Geländefahrzeugen, PW und Flugzeugen auf Mittel- und Langstreckenflügen. Ebenso entscheidet die Wahl des Fahrzeugtyps und die Anzahl der Insassen über die Auswirkungen auf die Umwelt.

Im Bereich Ernährung ist die Wahl der Nahrungsmittel (Fleisch, Milch- und Getreideprodukte, Gemüse, Obst) ausschlaggebend. Ackerbau beansprucht weniger Ressourcen als Viehzucht, die Aufzucht von Milchkühen wiederum weniger als das Mästen zur Fleischproduktion. Auch die Anbauart (extensiv, intensiv, Treibhaus, Bio) und die Wahl saisongerechter Produkte beeinflusst die Umweltbilanz. Wer sein Umweltverhalten genauer erfassen will, für den hat das Bundesamt auf seiner Webseite verschiedene Umweltbilanzrechner aufgelistet. Danach müssten all die Erkenntnisse nur noch in die Tat umgesetzt werden.

Link: www.bafu.admin.ch/dokumentation/ fokus/06063/0636

So verbessern Sie Ihre Umweltbilanz
Wohnen:

• Zentrale Lage
• Weniger Wohnfläche
• Gute Isolation des Gebäudes
• Raumtemperatur: 19 bis 20 Grad tagsüber, 18 Grad nachts, Klimatisierung erst ab 33 Grad
• Fenster im Winter zwei- bis dreimal täglich während 5 Minuten ganz öffnen, statt stundenlang gekippt lassen
• Warmwassertemperatur im Boiler auf 55 Grad einstellen
• Duschen statt Baden

Mobilität:

• in der Nähe wohnen
• Sparsames Auto fahren, alternative Antriebskonzepte einsetzen
• ÖV benutzen
• Fahrgemeinschaften bilden

Ernährung:

• Wenig Fleisch, viel Gemüse und Obst
• Auf saisongerechte Produkte aus der Region achten

Bild: © Rainer Sturm / PIXELIO

Tags (Stichworte): EnergieKlimaschutzUmweltWohnen

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