Schützenswerte Räuber
Hornissen sind friedliebende Tiere und auch – wenn sie sich an schönen Sommertagen mal auf den Balkon oder die Terrasse verirren – für den Menschen ungefährlich.

„Drei Hornissenstiche töten einen Menschen und sieben ein Pferd“, sagt der Volksmund. Auf solchen Schauergeschichten gründet die Angst vieler Menschen vor Hornissen. Dabei sind die Tiere friedliche Insektenjäger. Ein gesunder Mensch müsste zudem mehr als 1000-mal gestochen werden, bevor er in Lebensgefahr gerät – wahr ist, dass die Stiche sehr schmerzhaft sind, weil der lange Stachel tief eindringt und das Gift besonders schmerzhaft ist.
Hornissen sind ausgesprochen flinke Jäger, die sich auf lebende Beute spezialisiert haben. Ein Hornisssenvolk braucht, um den Eiweissbedarf seiner Brut zu decken, rund 500 Gramm Insektennahrung pro Tag – das macht in 2 bis 3 Tagen einen 35-Liter-Abfallsack voller Mücken, Fliegen, Bremsen und anderer Insekten.
Reduzierte Nistmöglichkeiten in hohlen Bäumen oder weniger Beutelinsekten unter anderem als Folge der intensivierten Landwirtschaft machen den Hornissen das Überleben schwer – sie sind selten geworden. In Deutschland hat der Rückgang dazu geführt, dass die Hornissen 1987 in die Bundesartenschutzverordnung aufgenommen wurden und besonderen Schutz geniessen. In der Schweiz sind die Schutzbestimmungen noch nicht so weit gediehen, so dass meist die Feuerwehr gerufen wird, die das Problem dann üblicherweise mit chemischen Mitteln beseitigt – mit schlechtem Ende für die Tiere.
Internet
Mehr Informationen unter www.hornissenschutz.ch
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