Ruhiger Charakter

Sabine Hurni | Ausgabe_06_2015

Im Schlaf arbeitet das Gehirn fleissig und festigt Erinnerungen. Deshalb ist der Schlaf für die Gesundheit äusserst wichtig. Melisse beruhigt und sorgt für einen ruhigen, erholsamen Schlaf.

In unserer hyperaktiven Gesellschaft wird Schlafen häufig als Schwäche ausgelegt. Zuerst kommt der Beruf und die Familie, dann die Freizeitaktivität und ganz am Schluss das notwendige Übel, der Schlaf. Wer sich im Büro eine halbe Stunde Siesta gönnt, gilt als faul und unproduktiv. Wer die Party früh verlässt, ist ein Langweiler.

Rätsel Schlaf

Dass der Mensch ein Drittel seines Lebens verschläft, hat aber wichtige Gründe. Ohne die nächtliche Aufbau- und Erholungsphase wäre der Mensch nicht lebensfähig. Das Gehirn und der Körper brauchen dieses nächtliche Nichts. Stunden, die für viele ein Rätsel sind und bleiben. Denn so sehr sich der Schlafende auch anstrengt, sich in seinem Einschlafen zu beobachten: Es gelingt ihm nicht. Schlafen geschieht einfach. Oder eben nicht.

Die längsten und unangenehmsten Stunden des Tages sind jene, in denen der Schlaf trotz grosser Müdigkeit einfach nicht eintreten will. Häufig sind es berufliche und/oder private Stresssituationen, Sorgen und Probleme, die einen ansonsten guten Schläfer plötzlich im Bett wälzen lassen und akute Schlafstörungen verursachen. Auch ein gestörter Schlafrhythmus kann zu Problemen führen. Wenn die Müdigkeit zum Beispiel durch künstliches Licht, Blaulicht eines Fernsehers oder Computers verdrängt, respektive das Schlafhormon Melatonin dadurch nicht ausgeschüttet wird.

Schlaf finden

Der Mensch braucht zwischen fünf und neun Stunden Schlaf pro Nacht. Wobei die ersten drei Stunden die wichtigsten sind. Kurz nach dem Einschlafen taucht der Schlafende in eine Tiefschlafphase ab. Es folgen im Verlauf der Nacht zwar weitere Tiefschlafphasen, die erste ist jedoch die tiefste und erholsamste. Mit zunehmendem Alter nimmt das Schlafbedürfnis ab, die Tiefschlafphasen sind verkürzt und der Schlaf ist leichter und störanfälliger. Solange man sich am nächsten Morgen trotz wach gelegenen Stunden ausgeschlafen fühlt, ist so weit alles in Ordnung. Entscheidend sind nicht die effektiv geschlafenen Stunden, sondern das Wohlbefinden am folgenden Tag. Ein- und Durchschlafstörungen sind dann besorgniserregend, wenn dieses Wohlbefinden beeinträchtigt ist und die Betroffenen nach einigen Wochen nur noch erschöpft sind. Die chronische Insomnie schlägt auf die Nerven. Sie führt zu Gereiztheit, Konzentrationsstörungen oder Tagesschlaf und sollte medizinisch untersucht werden.

Zitronenmelisse hilft

Es gibt viele Möglichkeiten, den Schlaf zu verbessern. Ein frühes, leichtes Nachtessen um 18 Uhr, kein Alkohol nach 20 Uhr und eine warme Milch mit etwas Honig vor dem Zubettgehen sind einfache und altbewährte Massnahmen. Vonseiten der Naturheilkunde zählen Baldrian, Hopfen und die Melissenblätter zu den wichtigsten Schlafhilfen. Häufig findet man diese Zutaten in pflanzlichen Schlaftabletten. In Stresssituationen, wenn die Nerven stark strapaziert sind, sorgt insbesondere die Melisse für die nötige Bettschwere. Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis), die sich in Hecken, am Wegrand oder als Gartenkraut besonders wohlfühlt, enthält ätherische Öle, mit krampflösenden, beruhigenden Eigenschaften.

Die Melisse ist wohl das wichtigste Nervenmittel in der Naturheilkunde. Sämtliche Erkrankungen und Beschwerden, die mit einer Überspannung der Nerven zu tun haben, können mit der Melisse behandelt werden. Dazu gehören neben den Schlafstörungen auch nervös bedingte Blähungen, Wetterfühligkeit oder Ängste. Trinken Sie den Melissentee am besten gegen neun Uhr abends, gemütlich bei gedämpftem Licht.

Weitere Tipps für einen erholsamen Schlaf
• Gehen Sie um 22 Uhr zu Bett. In dieser Zeit verfällt der Körper in eine natürliche Bettschwere. Das Einschlafen fällt leichter.
• Das Schlafzimmer soll eine ruhige Oase ohne störende Gegenstände sein. Elektrogeräte gehören nicht ins Schlafzimmer oder sollten ganz ausgeschaltet sein. Flugmodus und Stand-by-Funktion reichen zur Reduktion von Elektrosmog nicht aus.
• Cremen Sie die Füsse mit einer fettigen Salbe ein und ziehen Sie warme Socken an. Dieses Ritual wirkt erdend und wärmt kalte Füsse.
• Trinken Sie ab 15 Uhr keinen Kaffee, kein Cola-Getränk und keinen Schwarz- und Grüntee mehr.
• Wer länger arbeitet, sollte vor dem Zubettgehen Zusatzreize vermeiden. Entspannende Körperübungen sind ideal, gemütlich einen Kräutertee trinken oder ein bisschen plaudern oder lesen.

Fotos: fotolia.com, Michael Pollak / flickr / cc

Tags (Stichworte): Gesundheit, Schlaf, Melisse, Beratung, Hurni

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