Pflücke den Tag
Im Wildblumen-Garten steigt im Sommer ein ausgiebiges Nektarfest: Zu Hunderten fliegen auffällig oder dezent gewandete Gäste ein. Eine Augenweide.
Die Blumen blühen zu dieser Jahreszeit um die Wette und buhlen mit Blütenstaub und Nektar um Bestäuber. Wer sich an diesem Treiben nicht sattsehen und -hören kann, lenkt den Schritt in jene Gartenpartien, wo die besten Nektarlieferanten mit Farbfanfaren locken: feuerrot der Klatschmohn, strahlend gelb das Johanniskraut, pink die Karthäusernelke, himmelblau die Wegwarte, blau-lila der Natternkopf und zart rosa der Wilde Majoran. Mit Sicherheit ist hier bei schönem Wetter das Fest in vollem Gang.
Jedem seine Pflanze
Jede Blumenart hat ihre speziellen Liebhaber. So fliegen die Hummeln und Wildbienen auf jene Blüten, die ihre Schätze offen darbieten wie das Johanniskraut oder der Klatschmohn. Da kommen Schmetterlinge wie der Kohlweissling und Zitronenfalter auch auf ihre Rechnung. Auch das kolibriartige Taubenschwänzchen ist mit Sicherheit rund um die Nelken zu beobachten. Doldenblütler wie die Wilde Möhre sind bei allerlei Insektenarten beliebt. Oft tummeln sich auf ihnen Scharen von Schwebefliegen und Weichkäfern. Für Schwebefliegen besonders attraktiv scheint zudem die Wegwarte zu sein.

Auf der Jagd
Nicht vom Nektar selbst angelockt, sondern auf der Jagd nach den Nektarsuchenden treiben sich allerlei weitere Gesellen im Blütenmeer herum. Da lauert beispielsweise das Grosse Heupferd im Staudengewirr. Unerwartet landet eine Kleinlibelle auf seinem Rücken, bemerkt den Irrtum, hebt blitzartig wieder ab und landet in den Nachbarstauden.
Fotos: © René Berner, Beatrix Mühlethaler
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