Nahrung fürs Gehirn
Heidelbeeren verbessern die Gedächtnisleistung bei älteren Menschen – und eventuell auch bei Pokerspielern.
Wie in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia nachzulesen ist, war der etwas dubiose amerikanische Pokerspieler Jamie Gold überzeugt, dass er 2006 seinen Triumph im prestigeträchtigsten Pokerturnier der Welt in Las Vegas dem regelmässigen Konsum von Heidelbeeren verdankte, da dies seiner Überzeugung nach seine Gedächtnisleistungen entscheidend verbessert hatte.
Dass Heidelbeeren zumindest dem Gedächtnis älterer Menschen durchaus förderlich sind, konnten Jeremy Spencer von der University of Reading und seine Kollegen kürzlich in einer Untersuchung zeigen: Bei Versuchspersonen, die während zwölf Wochen ihre Ernährung mit Heidelbeeren ergänzt hatten, verbesserte sich insbesondere das räumliche Gedächtnis. Laut den Forschern stiegen die Gedächtnisleistungen bereits nach drei Wochen Heidelbeerdiät an und steigerten sich während der Dauer der Studie kontinuierlich weiter.
Der genaue Wirkungsmechanismus ist den Wissenschaftlern noch nicht bekannt. Sie haben jedoch herausgefunden, dass Heidelbeer-Flavonoide die Blut-Hirn-Schranke überwinden und ins Gehirn gelangen. Sie konnten zudem zeigen, dass diese Pflanzenfarbstoffe gewisse Signalproteine im Hippocampus aktivieren, jener Gehirnregion die für das Lernen und das Gedächtnis zuständig ist. Es wird angenommen, dass die Flavonoide, die in Heidelbeeren in besonders grossen Mengen vorkommen, die Verbindungen zwischen den Nervenzellen und dadurch die zelluläre Kommunikation verbessern so wie die Hirnregeneration stimulieren.
Pokerface Gold gewann dank den Heidelbeeren übrigens zwölf Millionen Dollar.
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