Musik: Training fürs Hirn
Die Wirkung von Musik auf das Gehirn ist ein beliebtes Thema von Forschern und Pädagogen.
In einem Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience haben Wissenschaftler der Northwestern University in Illinois, USA, über den gegenwärtigen Wissensstand Bilanz gezogen. Demnach verändert Musizieren – wie andere regelmässige Tätigkeiten auch – die Struktur des Gehirns. Die Fachleute sprechen von Neuroplastizität. Durch das regelmässige Üben und Praktizieren lernten Musiker feinste Differenzen bezüglich Tonhöhe, Zeitstruktur und Timbre akustischer Signale wahrzunehmen, so die Forscher. Wenigüberraschend finden sich die neuronalen Veränderungen bei Musikern vor allem in jenen Hirnregionen, die mit der auditiven Wahrnehmung zusammenhängen und die wichtig für das Spielen eines Instrumentes sind.
Das musikalische Training und die damit verbundenen Strukturveränderungen des Gehirns wirken sich laut den Wissenschaftlern auch positiv auf andere Bereiche aus. So verarbeiten Musikerhirne zum Beispiel Sprache besser als jene von Nichtmusikern und haben Vorteile beim Erlernen von Fremdsprachen. Kinder, die regelmässig musizieren, haben ein besseres Vokabular und bessere Lesefähigkeiten als solche ohne musikalisches Training. Dementsprechend machen sich die Forscher stark für eine umfassende Musikerziehung in den Schulen.
Foto: Bildagentur Geduldig
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