Lichtwesen mit göttlichem Auftrag

Fabrice Müller | Ausgabe_12/17

Engel gibt es nicht nur an Weihnachten. Sie sind das ganze Jahr über tätig. Wer an sie glaubt, dem helfen sie tatsächlich. Weil sie die Zuversicht der Gläubigen stärken.

@ Silvia Siegenthaler, introvision.ch

Engel sind starke religiöse Symbole, die für viele Menschen eine grosse Glaubensbedeutung haben. Diese Kraft werde durch ihre menschenähnliche Gestalt noch unterstützt, sagt Professor Roger Wotton, Biologe am «University College London», der sich mit der Physiognomie von Engeln und Feen auseinandersetzt. «Durch ihre Flügel werden die Engel deutlich über den Menschen gehoben, wenn sie Botschaften aus dem Himmel verkünden und Botschaften wieder in den Himmel tragen.»

Engel gelten als Boten des Allmächtigen; es sind Lichtwesen mit göttlichem Auftrag – darüber sind sich alle Religionen, die den Glauben an einen Gott verkündigen, einig. Als Boten Gottes sind Engel Diener Gottes. Sie bringen seinen Willen zum Ausdruck: Engel verkünden die Liebe Gottes, manche von ihnen ganz explizit. So verehren die im Irak und in Syrien lebenden Jesiden einen Engel der Liebe, Melek Tausi, als höchstes Wesen. Trotz allen Verleumdungen und Verfolgungen haben sie Melek Tausi die Treue gehalten. Der ergreifende Dokumentarfilm «Volk eines Engels» berichtet über das Schicksal und den Glauben dieses Volkes.

Mit der Stimme des Herzens. Engel können uns auf mannigfache Weise begegnen – sie erscheinen im Traum oder als Lichtgestalt, als Naturphänomen, als Stimme des Gewissens, im Wort eines Freundes. «Engel sprechen die Stimme des Herzens. Um sie zu erkennen, müssen wir die Ohren des Herzens spitzen und die Augen der Seele öffnen», sagt der deutsche Engelforscher Uwe Wolff. Der Geomant und Erdheilungsexperte Marco Pogacnik betrachtet Engel als «eine Personifizierung des kosmischen Bewusstseins». Um sie in ihrem Wesen besser verstehen zu können, sollte man sich «von der Vorstellung ihrer vermenschlichten Gestalt lösen und sie eher im Sinne eines reinen Bewusstseins sehen». Ihr Körper sei eine Schwingungsstruktur, die als Träger dieses Bewusstseins dient.

Engel können willentlich ihr Aussehen und ihre Grösse verändern, je nachdem, wie es ihrem Auftrag oder Vorhaben am besten entspricht. «Das schaffen aber auch dämonische Wesen», warnt Rudolf Passian, Schweizer Engelforscher und Autor des Buches «Der Engelreigen». In «Devil in Disguise» besingt es Elvis Presley: Du siehst aus, wie ein Engel. Du gehst, wie ein Engel. Du redest, wie ein Engel. Aber ich hab's erkannt: Du bist der Teufel, nur in Verkleidung!» Und in der Bibel heisst es im 2. Kor. 11, 14, Satan selber könne sich zu einem Lichtengel verstellen. «Hierbei handelt es sich um uraltes Erfahrungswissen, das keineswegs auf die Christenheit beschränkt, sondern älter ist als diese», sagt Passian.

Engel können sich zwar in einer Gestalt zeigen, die unserer allgemeinen Vorstellung entspricht – nämlich menschenähnlich mit Flügeln. «In Wahrheit jedoch bedürfen Engel keiner Schwingen», sagt Passian. «Sie sind umgeben und werden getragen vom eigenen Kraftfeld lichtvoller Energie, das in seiner Ausstrahlungsform einem Flügelpaar ähneln kann.» Der christlich-spirituelle Kunstmaler Hans Georg Leiendecker stellt dies auf seinen Engelbildnissen sehr anschaulich dar. Ebenso die Komplementärtherapeutin und spirituelle Künstlerin Silvia Siegenthaler. Manche ihrer Bilder implizieren, dass der Mensch selbst ein materialisiertes Lichtwesen ist, etwa das Acryl mit dem Titel Involution (siehe www.introvision.ch).

Engel sind nicht gleich Engel. Es existiert eine Vielzahl von Engel-Kategorien und -Vereinigungen, die sich den unterschiedlichsten Aufgaben widmen, wie aus dem Buch «Engelreigen» von Rudolf Passian hervorgeht. So unterscheidet die Parapsychologie unter anderem zwischen Schutzengeln, Erzengeln, Geburtsengeln, Völkerengeln, St. Michaelsengel oder Landschaftsengeln. Mit Letzteren spricht Passian die «geheimnisvolle Welt der Naturgeister und Elementarseelen» an: «Sowohl im elementaren Walten der Naturkräfte als auch im Jahreszyklus des Wachsens, Blühens, Gedeihens und Vergehens scheint es so gut wie nichts zu geben, das nicht in irgendeiner Weise vom Wirken solcher Wesen geprägt ist.»

Engelwelten
Ausstellung im Museum für Kunst und Geschichte, Freiburg
Bis 25. Februar 2018

Himmlische Heerscharen. Laut Bundesamt für Statistik glaubt fast jeder und jede Zweite an einen einzigen Gott und immerhin 24 Prozent glauben an Engel. Die bekanntesten Engel sind die Schutzengel. Sie stehen dem Menschen in der Regel am nächsten – fast jeder hat sich wohl schon bei seinem Schutzengel oder dem seiner Kinder bedankt, selbst wenn er sonst nicht an Engel glaubt. Schutzengel haben nicht nur die Aufgabe, ihre Schutzbefohlenen vor Unheil zu beschützen; vor allem sollen sie den Menschen weiterbringen auf seinem Weg zu Gott.

Erzengel wiederum gelten als «Erstlinge direkt aus dem Urlicht». Die christlichen Kirchen beschränken sich auf die drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Verstreut entdeckt man laut Passian weitere Erzengelnamen in der Bibel: Jeremiel, Sealthiel, Camael, Haniel und Uriel. Nach Daniel 7, 10 gibt es «zehntausendmal hunderttausend Engel» und ebenso viele Engelnamen. Der Vatikan sieht es aber offenbar nicht gern, wenn christlich-charismatische Kreise weitere Engelnamen bekannt geben: Er untersagte 1983 per Dekret, den Engeln Namen zu geben.

Auf jeden Fall aber gehören Engel als fester Bestandteil der biblischen Geschichte zur Lehre der katholischen Kirche selbstverständlich dazu. Besonders in der Liturgie kommen Engelgesänge der Bibel zum Tragen – zum Beispiel im Gloria oder Sanctus. Aber auch in den anderen monotheistischen Religionen sind Engel wichtiger Bestandteil des Glaubens. So empfiehlt Erzengel Gabriel dem jungen, ungebildeten Mohammed «Lies!», damit er später seine herausragende Rolle als Bote Allahs erfüllen kann.

Buchtipps
• Rudolf Passian «Der Engelreigen: Antworten und Beweise zur Existenz von Engeln», Verlag Reichl, 2008, Fr. 32.90
• Uwe Wolff «Das kleine Buch vom Schutzengel. Wie er Dich durchs Leben leitet», Verlag am Eschbach, 2017, Fr. 24.90
• Sabrina Fox «Wie Engel uns lieben: Wahre Begebenheiten mit Schutzengeln», MensSana, 2005, Fr. 16.90

Bilder/Fotos: Silvia Siegenthaler, introvision.ch

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