Lausbuben

Sabine Hurni | Ausgabe 04 - 2010

Wenn auf dem Kopf plötzlich Läuse hausen, ist rasches Handeln nötig. Eine natürliche und einfache Methode im Kampf gegen die Insekten ist Kokosöl. Es beugt vor und tötet Läuse bei bereits befallenen Köpfen.

Belästigt wird der Mensch von drei Läusespezies: der Kopflaus (Pediculus humanus capitis), der Filzlaus (Phthirus pubis) und der Kleiderlaus (Pediculus humanus corporis). Besonders verbreitet sind bei uns die Kopfläuse. Es sind Menschenparasiten, die nicht durch Haustiere übertragen werden. Die Insekten nisten sich in allen behaarten Körperstellen ein, ernähren sich vom Blut des Wirtes und passen sich farblich sogar dem Kopfhaar an. Nach jeder Blutmahlzeit klebt das Läuseweibchen ihre Eier (Nissen) mithilfe einer Kittsubstanz etwa einen halben Zentimeter vom Haarboden entfernt an den Haaren fest. Das macht sich mit starkem Juckreiz bemerkbar. Das Weibchen legt täglich ungefähr zehn Eier. Am Haar hängen die Nissen wie Perlen an einer Schnur und lassen sich durch normales Haarwaschen nicht entfernen. Nach einer Woche schlüpfen die Larven. Sie häuten sich dreimal und sind nach weiteren zehn Tagen geschlechtsreif.

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Die Lebensdauer einer Laus beträgt ungefähr 30 Tage. Wenn die Kindergärtner und die Schüler beim Spielen ihre Köpfe zusammenstecken, haben die Läuse ein leichtes Spiel. Sie krabbeln von einem Kopf auf den nächsten, von einer Jacke oder Mütze auf die andere, von einem Kopf aufs Plüschtierchen und weiter zum nächsten Haarschopf. Mit schlechter Hygiene hat dies nichts zu tun. Läuse nisten sich auch in ganz sauberem Haar ein.

Um die lästigen Tierchen schnell wieder los zu werden, greifen viele Eltern zu insektizidhaltigen Shampoos und Lotionen. Die Mittel sind aber relativ aggressiv und sollten wirklich nur dann angewendet werden, wenn ein Befall vorliegt. Zudem müssen sie genau so angewendet werden, wie es die Packungsbeilage vorschreibt. Sonst wirken die «Insektenvertilgungsmittel» nicht oder ungenügend.

Kokosöl hilft

Der Wunsch nach alternativen Behandlungsmethoden ist von Seiten der Betroffenen gross. Und es gibt tatsächlich sanfte Methoden, die den Läusen den Garaus machen, zum Beispiel die Anwendung von Kokosöl. Der Ölfilm verschliesst die Atemöffnungen der Insekten und lässt sie ersticken. Gleichzeitig macht das Kokosöl die Haare glatt und löst die Kittsubstanz der festgeklebten Nissen auf.

Kokosöl anwenden
• Vor der Anwendung muss man das Kokosöl auf die Heizung, ins Wasserbad oder kurz in die Mikrowelle stellen, damit es flüssig wird.
• Vor dem Auftragen sollte das Haar angefeuchtet werden. Dann verteilt man das Öl mit den Fingerkuppen auf dem Haarboden und massiert das Kokosöl sanft ein.
• Eine Mütze anziehen oder ein Handtuch um den Kopf wickeln und das Kokosöl 60 Minuten einwirken lassen.
• Die Haare waschen und mit dem Nissenkamm Strähne für Strähne auskämmen.
• Während 8 bis 10 Tagen sollte diese Behandlung täglich wiederholt werden, bis keine Läuse und Nissen mehr sichtbar sind.

Kokosöl wird aus der Frucht der Kokospalme gewonnen. Für die Herstellung des Öls wird das feste, weisse Fruchtfleisch der reifen Kokosnuss von der Schale herausgetrennt, zerkleinert und getrocknet. Jetzt nennt man es Kopra. Dieses wird anschliessend zu Kokosraspeln verarbeitet oder in einer Ölmühle ausgepresst. Kokosöl ist nur bei Temperaturen über 24 Grad Celsius flü̈ssig. Bei kühleren Temperaturen wird es fest.

Fotos: fotolia.com

Tags (Stichworte): HygieneInsektenKokosoelKopfhautLaeuse

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