Königin der Heilpflanzen

Andreas Krebs | Ausgabe_5_2018

Arnika ist eine der beliebtesten Heilpflanzen überhaupt. Doch sie ist streng geschützt. Man kann die Königin der Heilpflanzen aber ganz einfach im eigenen Garten oder auf dem Balkon kultivieren.

@ istockphoto.com/

Arnika wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, blutreinigend, krampflösend, juckreizlindernd und schmerzstillend und gilt als eines der besten Heilkräuter bei schlecht heilenden Wunden und äusseren Verletzungen. In der Schulmedizin wird Arnica montana deshalb häufig vor und nach operativen Eingriffen verabreicht. In Volksheilkunde, Phytotherapie und Homöopathie wird die Heilpflanze zudem eingesetzt bei Blutergüssen, Husten, Bronchitis, Durchfall, Ekzemen, Fieber, Gicht, Grippe, Herzschwäche, Magenkrämpfen, Prellungen, Rheuma, Schlaganfall, Venenschwäche und Verstauchungen. 

Die innerliche Anwendung erfolgt als Tee oder Tinktur. Zur Herstellung einer Tinktur werden frisch gepflückte Arnikablüten in ein Glas mit Schraubdeckel gegeben. Danach wird Schnaps hinzugefügt, bis die Blüten gänzlich bedeckt sind; anschliessend das Glas gut verschlossen für zwei bis sechs Wochen an einen warmen Ort stellen. Danach die Tinktur filtern, in eine dunkle Flasche füllen und gut verschlossen an einem kühlen, dunklen Ort lagern. So ist die Arnikatinktur mindestens ein Jahr haltbar.

Achtung: Menschen mit Allergien gegen Korbblütler sollten auf die Anwendung von Arnikatinktur und -tee verzichten.

Anspruchslose Pracht

Nun ist es aber nicht erlaubt, in der Natur Arnika zu pflücken oder gar auszugraben, denn die selten gewordene Pflanze steht unter Schutz. Man kann sie aber relativ leicht im eigenen Garten anbauen. Die bis zu 50 Zentimeter hohe, mehrjährige und winterharte Arnika stellt weder besondere Ansprüche an den Boden noch an den Standort – zu schattig sollte es allerdings nicht sein, ist die Arnika doch ein Sonnenkind. 

Die Aussaat ist ganzjährig möglich, ab Mai auch direkt ins Freiland, wo sie einen sauber gejäteten, humosen Platz zum Anwachsen braucht. Samen sind im Fachhandel erhältlich. Dort gibt es auch vorgezogene Arnikapflanzen, die man ganzjährig setzen kann – solange kein Frost herrscht (Achtung, Eisheilige zwischen dem 11. und 15. Mai). Wichtig ist vor allem, dass der Boden locker, durchlässig, nährstoffarm, sauer und kalkfrei ist – torffreie Rhododendron- oder Moorbeeterde gemischt mit etwas Sand eignet sich am besten. Dünger sollte man, wenn überhaupt, sehr sparsam verwenden, da Arnika empfindlich auf Phosphat und Nitrat reagiert. In überdüngten Gartenböden verbrennen zudem die Wurzeln leicht. Zum (sporadischen!) Giessen sollte man ausschliesslich Regenwasser verwenden, dem man von April bis Juli ein- bis zweimal pro Monat Ackerschachtelhalm-Jauche beigeben kann. Das ist besser als herkömmlicher Dünger. 

Selbstgezogene Arnika können in der Regel erst im dritten Jahr nach der Aussaat geerntet werden. Die Blüten werden von Juli bis August geerntet, ab Oktober die Wurzeln, die indes nur selten genutzt werden. 

Buchtipp
Johannes Wilkens, Frank Meyer, Ruth Mandera: «Arnika – Königin der Heilpflanzen», AT Verlag 2018, Fr. 27.90



Foto: istockphoto.com

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