Hilferuf des Ortolans
Der Brutvogel steht in der Schweiz kurz vor dem Aussterben. Ein Rettungsprojekt soll dies noch verhindern.

Der Ortolan ist in den letzten 20 Jahren in der Schweiz zum seltensten Brutvogel geworden und steht am Rand des Aussterbens. 2009 wurden im Wallis gerade noch sieben Ortolane gefunden. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach hat nun in der Felsensteppenlandschaft von Leuk ein umfassendes Programm zur Rettung des bedrohten Vogels eingeleitet.
Der Ortolan bevorzugt trockene, nur mit spärlicher Vegetation bedeckte Lebensräume, die reich an Samen und Insekten sind, wie sie die Walliser Felsensteppen bieten – oder boten. Denn seit etwa 30 Jahren haben Vergandung und Verbuschung dieses Gebiet stark verändert. Die Vogelwarte will mit verschiedenen Massnahmen die Trockenlandschaft wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückbringen. So wurden zwischen März und April stark verbuschte und bewaldete Zonen ausgelichtet und rund drei Hektaren mit zu dichter Vegetation von französischen Spezialisten kontrolliert abgebrannt. Eine Beweidung mit Schwarzhalsziegen soll ein erneutes Überwachsen verhindern. In der Rhone-Ebene legten lokale Landwirte zudem Haferfelder an. Das proteinreiche Getreide ist eine wichtige Nahrung für den Ortolan, wenn er im Frühling aus seinem Winterquartier in Afrika zurückkehrt.
Laut Vogelwarte soll das auf drei Jahre begrenzte und voraussichtlich eine viertel Million Franken teure Projekt neben dem Ortolan auch anderen seltenen Tierund Pflanzenarten zugutekommen, die auf offene und trockene Steppengebiete angewiesen sind.
Foto: Peter Keusch
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