Heinz Knieriemen über des Mannes zweitbestes Stück
Die Angst vor Prostatakrebs wird durch verschiedene Tests geschürt – mit fatalen Folgen: Viele Männer unterziehen sich einer unnötigen Operation und verlieren dadurch ihre Sexualität.
Das Prostatakarzinom gilt in den Industrienationen als die am weitesten verbreitete Krebserkrankung des Mannes. Trotz der Häufigkeit des Auftretens fliessen in die Beurteilung des Krankheitsbildes aber immer noch viele subjektive Faktoren ein. Und noch immer führen die Basisuntersuchungen – Tastbefund, Ultraschall, die Bestimmung des Prostata-Spezifischen Antiges (PSA) im Blut sowie Biopsie und Gewebeentnahme – zu vielen positiven aber falschen Ergebnissen. Vor allem aber geben diese Untersuchungen keine befriedigende Antwort auf die Frage, ob die Risiken oder die Vorteile einer aggressiven Behandlung im Frühstadium der Erkrankung überwiegen. Was bedeutet es also, durch die Laboranalytik für letztlich sinnlose Tests in dauernde Krebsangst versetzt zu werden?
Die Funktion der Prostata
Der aus dem Griechischen stammende Begriff Prostata (prostates, Vorsteher) bezieht sich auf die exponierte Lage der Drüse zwischen Harnblase und Beckenboden. Die Vorsteherdrüse umschliesst die Harnröhre ringförmig. Die Prostata ist eng mit weiten Bereichen der männlichen Sexualität verbunden: Sie produziert das Prostatasekret, eine Flüssigkeit, die der Ernährung und Fortbewegung der Samenfäden, der Spermien, dient.
Der Angstmacher-Test
Das Prostata-Spezifische Antigen (PSA) gehört zu den an Proteine gebundenen Molekülarten, die von der Vorsteherdrüse produziert werden. Bei Krebsbefall werden diese vermehrt ans Blut abgegeben. Sie gelten daher als Tumormarker. Ursache für höhere PSA-Werte können aber auch andere Faktoren sein, etwa eine beginnende gutartige Vergrösserung, eine Entzündung, Geschlechtsverkehr oder gar lediglich mechanischer Druck auf die Drüse. Ein erhöhter PSA-Wert beweist aber keinesfalls, dass eine Krebserkrankung vorliegt. Und genau an diesem Punkt wird die Labordiagnostik problematisch. Der einfache Labortest wurde in den USA erstmals 1984 in grossem Umfang angewandt. Seit dieser Zeit ist ein rasanter Anstieg der diagnostizierten Fälle von Krebserkrankungen der Prostata zu beobachten. Durch die Früherkennung über den PSA-Wert wird eine Spirale in Gang gesetzt, durch die immer mehr Männer einer riskanten Therapie unterzogen werden, die sonst wohl mit und nicht an Prostatakrebs gestorben wären.
Operation mit Folgen
Eine Operation bedeutet häufig einen invalidisierenden Eingriff, dessen Folgen Impotenz, Dauermedikamentierung, chronische Müdigkeit und auch Depressionen sein können. Die Verfeinerung der diagnostischen Möglichkeiten hat dazu geführt, dass sich in den USA – mit einer vergleichbaren Tendenz auch bei uns – seit 1984 die Zahl der Radikaloperationen annähernd verzehnfacht hat, ohne dass erwiesen ist, dass eine aggressive Behandlung im Frühstadium der Erkrankung die Entwicklung von Metastasen verhindert und insgesamt Leben rettet.
Sehr häufig machen die schweren Nebenwirkungen auch den Vorteil gewonnener Lebensjahre zunichte. Jede prophylaktische Massnahme oder Behandlung im Frühstadium mit pflanzlichen Heilmitteln oder Erwärmungstherapien vergrössert die Chance, verstümmelnde und die Lebensqualität massiv beeinflussende operative Eingriffe zu verhindern.Die Funktion der ProstataDer aus dem Griechischen stammende Begriff Prostata (prostates, Vorsteher) bezieht sich auf die exponierte Lage der Drüse zwischen Harnblase und Beckenboden. Die Vorsteherdrüse umschliesst die Harnröhre ringförmig. Die Prostata ist eng mit weiten Bereichen der männlichen Sexualität verbunden: Sie produziert das Prostatasekret, eine Flüssigkeit, die der Ernährung und Fortbewegung der Samenfäden, der Spermien, dient.
Seit über 20 Jahren setzt sich Heinz Knieriemen für «Natürlich leben» kritisch mit Methoden und Auswirkungen der Schulmedizin und der Laborwissenschaft auseinander. Im AT Verlag hat er mehrere Bücher herausgegeben, unter anderem über Vitamine, Mineralien und Spurenelemente oder Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Kosmetika.
Bild: © fotolia.com / juhansonin / flickr / cc
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