Heinz Knieriemen über
Herdenimmunität

Hein Knieriemen | Ausgabe 12 - 2009

Die Impfdiskussion wird beherrscht von starren Dogmen, überholten Autoritätsstrukturen, Filz, Ignoranz und Intoleranz. Für nachhaltiges Handeln ist kein Platz.

Impfen ist lebensnotwendig, stellt die österreichische Zeitschrift «Gesund und Leben» fest. Und der Arzt Karl Zwiauer belehrt uns in dem Blatt: «Impfungen schützen nicht nur den Geimpften selbst, sondern auch die Mitmenschen vor einer Übertragung von Krankheiten. Fachleute sprechen von Herdenimmunität.» Wir wissen nun aus berufenem Mund, was der Herdentrieb von uns verlangt. Impfungen haben keinen nachweisbaren Einfluss auf die Schwere des Verlaufs, sie sind vielmehr reine Verdrängungsmechanismen. Ob denn die Schweinegrippe für Risikogruppen und Kleinkinder wirklich einen Schutz bietet oder lediglich die körpereigene Abwehr zusätzlich belastet, ist alles andere als gesichert.

Schlechter Start ins Leben

Den für Deutschland und Österreich gültigen offiziellen Impfplan, der in Zukunft auch der Schweiz droht, habe ich mir im Detail angeschaut. Die Impfaktivitäten, die als lebensnotwendig deklariert werden und die Verweigerer verunglimpfen, haben mir einen kalten Schauer über den Rücken gejagt.

Vier Sechsfach-Impfungen und zusätzlich noch weitere Mehrfach- und Einzelimpfungen, insgesamt also 37 Einzelimpfdosen, werden Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr zugemutet, beginnend mit dem zweiten beziehungsweise dritten Lebensmonat. Es ist verwunderlich, dass diesen Strategien nicht zumindest aus Ärztekreisen grösserer Widerstand erwächst und dass sie keine breite Empörung auslösen. Für mich bestehen keinerlei Zweifel, dass mit diesen staatlich sanktionierten Impfaktivitäten Kleinkindern ein denkbar schlechter Start ins Leben und für den Aufbau ihres Immunsystems ermöglicht wird. Dies nicht nur wegen der Vielzahl von Impfstoffen, mit denen sich der kindliche Organismus auseinandersetzen muss, sondern auch wegen Impfstoffzusätzen, die äusserst bedenklich sind und vor allem für Kleinkinder die Risiken erhöhen.

Zur Person
Seit über 20 Jahren setzt sich Heinz Knieriemen für «natürlich leben» kritisch mit den Methoden und Auswirkungen der Schulmedizin und der Laborwissenschaft auseinander. Im AT Verlag hat er mehrere Bücher herausgegeben, unter anderem über Vitamine, Mineralien und Spurenelemente oder Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Kosmetika.

Starre Dogmen

Es wird heute nicht mehr zur Kenntnis genommen, dass jede Impfung durch Injektion zunächst einmal eine Körperverletzung darstellt. Solche Eingriffe sind grundsätzlich nur mit der Einwilligung der Betroffenen, im Falle von Kleinkindern der Eltern zulässig. Eine sorgsam ausgeführte Impfaufklärung sollte zum Ziel haben, die Betroffenen selbstständig urteilsfähig zu machen. Doch eine ausgewogene neutrale Aufklärung, die das Abwägen von Vorteilen und Risiken ermöglicht, gibt es in unserem Gesundheitswesen nicht. An ihre Stelle sind Strategien der Angst und Panikmache getreten, was sich aktuell bei der Schweinegrippe und der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs wieder zeigt.

Literatur
Bund Deutscher Hebammen (Hrsg.): «Das Neugeborene in der Hebammenpraxis», Hippokrates-Verlag 2004, Fr. 64.90

Ilustration: fotolia.com, Foto: premus/flickr/cc


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