Heimtückische Parasiten
Fuchs- und Hundebandwürmer sind uralte Parasiten. Bis heute können sie dem Menschen gefährlich werden.

In der Nord- und Westschweiz sind heute rund 50 % aller Füchse mit dem Bandwurm infiziert. Dessen Eier reifen im Fuchsdarm und werden mit dem Kot ausgeschieden. Mäuse oder andere Nager stecken sich durch den Fuchskot an; in ihrem Körper bilden sich Larven. Endwirt ist wiederum der Fuchs, der infizierte Mäuse frisst.
Infiziert sich ein Mensch mit den Eiern, entwickeln sich in seinem Dünndarm Larven, die über das Blut in die Leber wandern und dort Zysten bilden, die das Organ schädigen können. Laut dem Bundesamt für Gesundheit beträgt die Sterblichkeit unbehandelt über 90 Prozent. Durch eine rechtzeitige Behandlung kann sie auf unter 20 Prozent gesenkt werden. Einer Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm wird durch gründliches Waschen und Kochen von Beeren, Salaten und anderen Pflanzen aus Wald und Garten vorgebeugt. Hunde, die zum Jagen tendieren, müssen regelmässig entwurmt werden und man sollte versuchen, ihnen das Erbeuten von Mäusen abzugewöhnen.
Einen ähnlichen Kreislauf wie der Fuchsbandwurm durchläuft der früher in Mitteleuropa stark verbreitet gewesene Hundebandwurm. Seine Zwischenwirte sind Schafe und Ziegen. Durch nahes Zusammenleben von Tier und Mensch sowie infolge mangelnder Hygiene im Alltag geriet der Hundebandwurm im Mittelalter und der frühen Neuzeit in Umlauf. Heute ist diesbezüglich eigentlich nur noch bei Reisen in Mittelmeergegenden Vorsicht geboten.
Alle diese Infos und mehr findet man zurzeit in einer kleinen, informativen Ausstellungswand im Naturhistorischen Museum Basel. Eine Attraktion der Schau ist ein menschliches Skelett aus dem 14. Jahrhundert, das bei Ausgrabun¬gen um die Barfüsserkirche gefunden wurde. Eine rund drei Zentimeter grosse, verkalkte Kapsel aus dem Gerippe erwies sich als einstige Hundebandwurmzyste. Ein schweizweit einzigartiger Fund und auch weltweit eine Rarität.
Foto: © Naturhistorisches Museum Basel
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