Fast-Food-Junkies
Essen kann das Ausmass einer Sucht annehmen und das Belohnungssystem im Gehirn wie beim Konsum von Drogen verändern.

Der Konsum von Fast-Food kann süchtig machen. Amerikanische Wissenschaftler haben bei Ratten herausgefunden, dass übermässiges Essen von fett- und kalorienreicher Nahrung die gleiche Wirkung im Gehirn zeitigen kann wie der Konsum von Kokain oder Heroin. Laut Paul Johnson und Paul Kenny vom Scripps Research Institute in Jupiter, Florida, kam es bei Ratten, denen die Forscher entsprechendes Futter verabreichten, mit der Zeit zur einer Abstumpfung des Belohnungssystems im Hirn. Die Tiere kompensierten dies mit einer gesteigerten Nahrungsaufnahme und wurden zunehmend fettleibiger.
Dieselben Veränderungen im Gehirn können bei Drogenkonsum auftreten und gelten gemeinhin als wichtige Faktoren für die Entwicklung einer Sucht. «Die Ratten verloren vollständig die Kontrolle über ihr Fressverhalten», sagt Kenny. Das sei das erste Merkmal einer Sucht. Die Tiere liessen sich auch nicht vom unbändigen Verlangen nach Junkfood abhalten, wenn sie negative Reaktionen, etwa Elektroschocks, erwarteten. Als ihnen die Forscher gesundes Futter vorsetzten, verweigerten sie dagegen für längere Zeit die Nahrungsaufnahme.
Johnson und Kenny konnten nachweisen, dass im Zuge der Suchtentwicklung in den Gehirnen der fresssüchtigen Ratten die Häufigkeit von Dopamin-Rezeptoren abnahm – ein Befund, der bei Drogensüchtigen ebenfalls auftritt. Dopamin ist ein Nervenbotenstoff, den das Hirn bei beglückenden Erfahrungen, etwa beim Sex, ausschüttet. «Unsere Untersuchungen weisen darauf hin, dass Fettleibigkeit und Drogenabhängigkeit letztlich auf die gleichen neurobiologischen Mechanismen
zurückzuführen sein könnten», kommentiert Kenny.
Foto: momentphoto.de/Oliver Killig
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