Erste Hilfe aus der Natur:
Teufelskralle gegen Rheuma
Ständige Schmerzen beeinträchtigen das Wohlbefinden nachhaltig. Schmerzmittel müssen deshalb nicht zum täglichen Begleiter werden. Die Teufelskralle ist eine pflanzliche Alternative.
Das böse Knie, die quälende Hüfte – so macht der Alltag keine Freude. Wer sich am Morgen jeweils zuerst warmlaufen muss oder chronische Schmerzen hat, klagt im Volksmund über «Rheuma». Ganz präzis ist diese Bezeichnung allerdings nicht. Denn «Rheuma» ist ein Sammelbegriff für Gelenkserkrankungen aller Art. Für die Betroffenen ist das einerlei. Ihr Ziel ist die Schmerzfreiheit. Die Fachleute hingegen unterscheiden, ob der Schmerz durch eine Abnutzung oder eine Gelenksentzündung zustande kommt oder ob die Ursache in den Weichteilen liegt. Sie sprechen deshalb von degenerativen oder entzündlichen, rheumatischen Erkrankungen
Sand im Getriebe
Beim degenerativen Rheuma, der Arthrose, sind meistens die Knie betroffen, gefolgt von Hüftgelenken und Rückenwirbeln. Wie ein gut gefettetes Scharnier sorgt jedes Gelenk im Körper für gleitende, reibungslose Bewegungen. Fehlbelastungen, Übergewicht oder Leistungssport bringen diese Mechanik früher oder später an ihre Grenzen. Knorpel werden spröd und rissig. Mit der Zeit können sich feste Knochen- und Knorpelteilchen ablösen. Gelangen sie in den Gelenkspalt, verursachen sie dort eine starke Reibung – als wäre Sand im Getriebe. Das Gelenk entzündet sich und den Betroffenen vergeht jegliche Lust an Bewegung.
Doch Schonhaltungen sind nicht ideal. Nur die sanfte, konstante Bewegung vermag die Gelenkflüssigkeit zu nähren, die wiederum den noch vorhandenen Knorpel versorgt. Als Folge davon nimmt der Teufelskreis erst recht seinen Lauf. Die Entzündung brodelt und der Schmerz nimmt überhand.
Teufelskralle anwenden
Teufelskralle ist als Tee oder als Fertigarznei im Handel. Bei beiden Anwendungen ist allerdings etwas Geduld gefragt. Anders als die chemischen Wirkstoffe brauchen pflanzliche Heilmittel etwas länger, bis sie wirken. Die volle Wirkungskraft entfaltet die Teufelskralle erst nach zwei bis vier Wochen. Sie eignet sich deshalb umso besser in der Kombination mit schmerzstillenden Mitteln, die sofort wirken. Als Tabletten, Kapseln, homöopathische Globuli, spagyrische Essenzen oder Tinkturen ist die Heilpflanze im Fachhandel erhältlich.
Teezubereitung
Aus den Wurzelteilen lösen sich die Wirkstoffe schwerer als aus den Blüten oder dem Kraut. Damit der Tee optimal wirkt, 1 TL der fein geschnittenen Wurzeln mit 3 dl kochendem Wasser übergiessen und 8 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen. Danach die Wurzelstücke absieben und den Tee in drei Portionen über den Tag verteilt trinken
Teufelskralle für Langzeitbehandlung
Neben starken Belastungen der Gelenke fördern auch Bewegungsmangel, Fehlernährung und die genetische Veranlagung rheumatische Erkrankungen. Betroffen davon sind bei Weitem nicht nur die Senioren. Rheuma ist hierzulande mittlerweile die Volkskrankheit Nummer eins und betrifft immer häufiger auch junge Leute.
Kein Wunder gehören entzündungshemmende Schmerzmittel zu den meistverbrauchten Medikamenten. Bei akuten Schmerzen kann es keine Pflanze mit der Chemie aufnehmen. Hier ist schnelle Hilfe angesagt. Für die Langzeitbehandlung oder in der Begleittherapie überzeugen die Heilpflanzen allerdings umso mehr.
Ein wichtiger Vertreter bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthrose, Arthritis oder Weichteilrheuma ist die Teufelskralle. Die Echte Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) enthält glykosidähnliche Bitterstoffe (Harpagosid) sowie Zimt- und Chlorogensäure. Diese Wirkstoffe haben nachweislich entzündungshemmende, schmerzstillende, entgiftende, harnsäureausscheidende und stoffwechselanregende Eigenschaften. Das Harpagosid macht die Teufelskralle zu einer äussert bitteren Arznei, die neben dem Rheuma auch bei Verdauungsproblemen wie Blähungen oder Völlegefühl Linderung verspricht. Lange Zeit war die Teufelskralle als Heilmittel ein gut behütetes Geheimnis von afrikanischen Medizinmännern.
Trotzt Sand und Hitze
Die Teufelskralle gehört zur Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae) und wächst im südwestafrikanischen Steppengebiet. Sie braucht zwingend trockenen, sandigen Boden, damit sie gedeiht. Aus diesem Grund kann sie nur in ihrer Heimat erfolgreich angebaut werden. Ihre wirkstoffreichen Speicherwurzeln sind etwa sechs Zentimeter dick und ragen bis zu einem Meter tief in den Sand hinein. Die fingerhutähnlichen Trompetenblüten der am Boden kriechenden Pflanze sind rötlich gefärbt.
Nach der Blütezeit bilden sich die krallenförmigen, mit Widerhaken versehenen Früchte. Sie liegen flach am Boden und werden zwischen zehn und 20 cm lang. Diesem Pflanzenteil verdankt die Teufelskralle ihren Namen. Mit etwas Fantasie kann man in den Früchten ein fratzenartiges Gesicht entdecken. Zudem sollen die Widerhaken an die Krallen des Teufels erinnern.
Tipps für gesunde Gelenke
• Schmieren und Salben: Die kräftige Selbstmassage lockert die Muskulatur und macht die Bänder und Sehnen weich und geschmeidig.
• Viel Tee trinken: Bei rheumatischen Beschwerden eignen sich vor allem Heilpflanzen, welche die Nieren und die Blase anregen, zum Beispiel Brennnessel oder Birke.
• Wenig Fleisch essen: Schweinefleisch und Innereien fördern Entzündungen und Schmerzen. Wer rheumatische Beschwerden hat, soll diese Fleischsorten meiden.
• Viel Gemüse und Früchte essen: In Gemüse und Früchten enthaltene Vitamine und Mineralstoffe wirken der Entzündung entgegen und sorgen für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt.
• Sanft bewegen: Schonhaltungen machen alles nur noch schlimmer. Leichte Bewegung und schonende Sportarten wie Schwimmen, Aquafit oder Spazieren sind ideal.
• Knorpelschutz: Der Extrakt aus Grünlippmuscheln schützt den Knorpel und hemmt Entzündungen. Auch das Chitin aus Schalentieren wird immer häufiger in Form von Tabletten als Gelenkschutz eingesetzt.
• Entzündungen hemmen: Hagenbuttenpulver (Vitamin C), Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren aus Fisch- oder Leinöl wirken entzündungshemmend.
• Schwebend in der Badewanne: Baden lockert die erstarrten Gelenke und wärmt nachhaltig. Besonders geeignet sind Zusätze mit Weihrauch, ätherischen Ölen, Schwefel oder Heublumen.
Mehr Informationen unter: www.rheuma-schweiz.ch
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