Erste Hilfe aus der Natur:
Rosmarin macht munter

Sabine Hurni | Ausgabe 2 - 2009

Ein niedriger Blutdruck macht müde und schwindlig. Mit Rosmarin kommt der Kreislauf wieder in Schwung. Er hebt den Blutdruck und die Stimmung.

Der Blutdruck im Keller, schwarz vor den Augen und schon zieht es einem den Boden unter den Füssen weg. Nicht selten gehen Stürze oder Unfälle mit einem niedrigen Blutdruck einher. Obwohl ein niedriger Blutdruck nicht als Krankheit gilt und für das Herz-Kreislauf-System auch keine Gefahr darstellt, kann er für viele Menschen zu einem lästigen Begleiter werden, der die Lebensqualität einschränkt. Das kann sich auf verschiedene Arten äussern. Die einen kommen am Morgen nicht auf Trab, fühlen sich den ganzen Tag müde und abgeschlagen oder klagen immer wieder über Schwindel. Auch depressive Verstimmungen, beklemmende Gefühle in der Herzgegend, Blässe, kalte Hände und Füsse, Frösteln oder Konzentrationsschwäche sind nicht selten mit einem zu tiefen

Ein typisches Frauenleiden

Damit das Blut überhaupt in jeden Winkel des Körpers gelangt, muss das Herz eng mit den Arterien und den Venen zusammenarbeiten. Einmal stösst das Herz das Blut mit kräftigem Druck in die Arterien. Dann ruht das Herz wieder und füllt sich langsam mit neuem Blut. Das Blutdruckgerät misst diese zwei Phasen. Die höhere Zahl gibt Auskunft über den Zustand der Arterien. Sind die Gefässe eng, geben sie entsprechend mehr Widerstand und der Blutdruck steigt.

Der Blutdruck kann während des Tages stark schwanken. Deshalb gibt erst das regelmässige Messen an verschiedenen Tagen ein aussagekräftiges Bild über den Zustand des Herzens und der Blutgefässe. Normal ist, was für Frauen im Bereich von 100 zu 60 (oberer und unterer respektive systolischer und diastolischer Blutdruck) und für Männer um die 110 zu 70 liegt. Werte unter 100 für den oberen Blutdruck gelten als niedrig, Werte über 140 zu 90 werden von der WHO als hoher Blutdruck (Hypertonie) definiert. In den meisten Fällen sackt der Blutdruck ohne eindeutige Ursache unter den Normwert.

Meistens kommt die essenzielle Hypotonie bei jüngeren Frauen vor. Es können jedoch auch ältere, hagere Frauen, Schwangere oder Jugendliche im Wachstum davon betroffen sein. Das ist kein Grund zur Sorge. Im Gegensatz zu hohem Blutdruck ist nie-derer Blutdruck harmlos und schadet weder Herz noch Blutgefässen. Im Gegenteil: Menschen mit tiefem Blutdruck erkranken seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Heilpflanze und Gewürz

Obwohl niedriger Blutdruck bei gesunden Leuten also keinen Krankheitswert hat, ist es wichtig, den Blutgefässen ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. Das stärkt das allgemeine Befinden und schützt vor Unfällen, das plötzliche Schwarzwerden vor den Augen im schlimmsten Fall nach sich ziehen können.

Die Pflanzenwelt bietet hier eine aromatische, wärmende Heilpflanze an, die in keiner Küche fehlen darf – Rosmarin. Er ist einer der wichtigsten Vertreter von Heilpflanzen, die regulierend auf die Blutzirkulation wirken und so die Durchblutung fördern. Seinen herrlich anregenden Duft verleiht ihm der hohe Anteil an ätherischen Ölen, mit den Hauptkomponenten Campher, Cineol und Alpha-Pinen. Auch Bitterstoffe, Flavone und Spuren von Salicylaten sind in den harten Blättern und den bläulichen Lippenblüten vertreten.

Ursprünglich stammt der Rosmarin aus dem Mittelmeerraum. Heute ist er allerdings auch hierzulande in fast jedem Garten zu finden. Die schmalen, nadelförmigen Blätter sind immergrün und fallen im Winter nicht ab. Sie wachsen direkt an den Zweigen, sind ziemlich hart und duften stark.

Rosmarinus officinalis gehört zur Familie der Lippenblütler. Von März bis September blühen die hellblauen Blüten rund um den Stielansatz der Pflanze.

Kurz vor der Blüte sind die Rosmarinblätter am gehaltvollsten. Die Frühlingsmonate sind deshalb die beste Sammelzeit für den Rosmarin. Das Trocknen sollte aber möglichst rasch und schonend erfolgen, damit die stark flüchtigen Aromastoffe nicht verloren gehen.

Hilft von innen und aussen

Rosmarin ist eine Heilpflanze, die dank ihrer Inhaltsstoffe sowohl innerlich wie auch äusserlich Wunder bewirken kann. Nimmt man sie ein, erfreut dies zuallererst die Verdauungsorgane. Das scharf und bitter schmeckende Gewürz wirkt wegen seines hohen Gehaltes an ätherischem Öl erhitzend auf den Körper. Das macht Rosmarin zu einem willkommenen Mittel gegen Blähungen, Völlegefühl oder Appetitlosigkeit.

Seine wärmende Wirkung können wir uns natürlich auch äusserlich zu-nutze machen. Als Einreibemittel in Hautölen und Salben oder als Extrakt im Bad hat die Heilpflanze eine kreislaufanregende, hautreizende und leicht schmerzstillende Wirkung. Der anregende Effekt wird Menschen mit niederem Blutdruck vor allem gerecht, wenn sie morgens ein Rosmarinbad geniessen oder ihre Haut mit Rosmarinhautöl pflegen. Das bringt die Arterien in Schwung, fördert die Blutzirkulation, weckt auf und vertreibt sogar die Frühjahrsmüdigkeit.

Tiefer Blutdruck – das treibt ihn wieder hoch
Regelmässiger Ausdauersport: Gehen Sie joggen, schwimmen, tanzen, Rad fahren oder walken (siehe auch «Läufer leben länger»).
• Bewegen statt faulenzen: Ein aktives Freizeitprogramm und Aktiv-ferien bringen den Kreislauf in Schwung. Strandferien und Carreisen sind hingegen weniger angebracht.
• Wassertherapie: Kalte Armbäder und Wechselduschen bringen das Blut in Bewegung und wirken anregend.
• Trinken: Täglich zwei bis drei Liter Wasser, Tee oder Gemüsebrühe. Das beugt Blutarmut vor.
• Pepp durch Würze: Pfeffer und kräftige, wärmende Gewürze schmecken nicht nur ausgezeichnet in den Mahlzeiten. Die Gewürze bringen auch den Kreislauf auf Trab.
• Frühstücken wie ein König: Das Frühstück liefert dem Körper die nötige Energie für den Tag. Vor allem wenn es eine warme Komponente wie Toastbrot oder Getreidebrei beinhaltet.
• Vollwertküche: Gemüse, Früchte und nahrungsfaserreiche Lebensmittel liefern Vitalstoffe und regulieren den Blutdruck. samtweich.
• Koffein: Koffein aus Kaffee, Grüntee oder Colagetränken hebt den Blutdruck. Das hilft allerdings nur kurzfristig. Colagetränke enthalten zudem zuviel Zucker, Süss- und Aromastoffe.
• Bürstenmassagen: Trockene Massagen mit Sisal- oder Seidenhandschuhen sowie mit weichen Bürsten bringen den Kreislauf in Schwung, sorgen für ein gutes Körpergefühl und machen die Haut samtweich.
• Heilpflanzen: Bittere Heilpflanzen wie der Wermut versorgen den Körper mit Energie. Auch Ginseng und Weissdorn helfen bei niederem Blutdruck.

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Bild: © René Berner

Tags (Stichworte): BlutdruckHeilpflanzenHypotomieKreislaufNaturheilkundeRosmarin

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