Erste Hilfe aus der Natur:
Kontraschmerz und Antibrumm

Sabine Hurni | Ausgabe 7 - 2008

Kratzen verboten: Das ist leichter gesagt als getan, wenn ein Insekt zugestochen hat. Doch auch dagegen sind diverse Kräuter gewachsen.

Pfefferminze

Insektenstiche sind selten gefährlich, doch immer lästig. Sticht ein Insekt zu, wird in der Haut der Botenstoff Histamin freigesetzt. Er ist verantwortlich für allergische Reaktionen im Körper. Deshalb schwillt die Einstichstelle umgehend an, juckt, schmerzt und rötet sich. Nach ein paar Tagen verschwindet der Stich meist ohne grössere Komplikationen wieder.

Während Wespen, Hornissen und Bienen nur stechen, wenn sie sich bedroht fühlen, brauchen Mücken tierisches oder menschliches Blut für die Fortpflanzung: Die im Blut enthaltenen Proteine dienen dem Nachwuchs als Nahrung. Es stechen nur die Weibchen. Und die sind wählerisch. Sie mögen einige Menschen lieber als andere. Das liegt am Schweiss. Wer viel schwitzt und einen grossen Anteil an Milchsäure im Schweiss aufweist, kann sich im Sommer kaum gegen Mücken wehren. Einstichstellen behandelt man in der Regel mit Substanzen, die das für die allergische Reaktion verantwortliche Histamin hemmen. Es gibt jedoch auch viele Kräuter, die den Juckreiz ebenfalls lindern und abschwellend wirken:

• Zwiebelringe auf die Einstichstelle reiben. Das lindert den Schmerz und vermindert die Schwellung.
Frische Pfefferminzblätter zerquetschen und auf den Stich legen. Das darin enthaltene Menthol kühlt und nimmt so den Schmerz.
• Spitzwegerichblätter: Die grünen Blätter des antibakteriell wirkenden Spitzwegerichs zerreibt man in den Händen oder zerkaut sie im Mund. Damit den Insektenstich abreiben.
• Farnblätter: Auch Auflagen aus zer-riebenen Farnblättern lindern Schmerzen nach Insektenstichen. Das hilft übrigens auch bei Gelenkschmerzen und -entzündungen.
• Huflattichblätter: Wie bei den anderen Pflanzen zuvor, zerreibt man auch den Huflattich, um von seiner abschwellenden Wirkung auf den Insektenstich zu profitieren.
Heilerde und Lehm: Zusammen mit Wasser zu einer Paste verrühren und auf den Stich auftragen. Das kühlt und reduziert die Schwellung.

Wer auf der Wanderung den Insektenspray vergessen hat, findet mit den angegebenen Pflanzen auf der Wiese die nötige Hilfe. Damit es allerdings gar nicht erst soweit kommt, hat die Natur auch allerlei insektenvertreibende Duftstoffe zu bieten. Sie sind in konzentrierter Form als ätherische Öle erhältlich. Gemischt mit Pflanzenölen oder Alkohol eignen sie sich für die direkte Anwendung auf der Haut.

Insekten vertreiben mit ätherischen Ölen
 100 Milliliter Mandelöl mit 10 Tropfen eines oder mehrerer der folgenden ätherischen Öle mischen: Teebaum, Zitrone, Nelken, Lavendel, Orange, Eukalyptus, Geranium.
 100 Milliliter 70-prozentigen Alkohol mit 10 Tropfen eines oder mehrerer ätherischer Öle mischen und in einen Zerstäuber füllen. Verwenden Sie den für kosmetische Zwecke denaturierten Alkohol.

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Bild: © Holger Hecklau / PIXELIO

 


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