Erste Hilfe aus der Natur:
Bitteres macht Müde munter

Sabine Hurni | Ausgabe 3 - 2008

Bitterstoffe helfen gegen die Frühjahrsmüdigkeit: Sie aktivieren nicht nur die Verdauung, sondern auch die Lebensgeister.

Der Bitterste unter den Bitteren: Gelber Enzian

Kaum werden die Tage wärmer, lähmen Müdigkeit und Schwere die Frühlingseuphorie. Damit der Körper nach den kühlen Wintermonaten im Frühling wieder auf Touren kommt, darf man ruhig etwas nachhelfen. Zum Beispiel mit bitteren Pflanzen. Sie regen die Produktion von Speichel und die Säfte in Bauchspeicheldrüse, Magen, Dünndarm und Galle an. Das fördert nicht nur die Verdauung, sondern kurbelt den gesamten Zellstoffwechsel an. Bitterstoffe verbessern zudem das Hautbild, die Aufnahme von vielen wichtigen Mineral- stoffen und Spurenelementen und stärken das Herz. Kurz: Bitterstoffe beleben den ganzen Körper.

Als pflanzlichen «Aperitif» genossen, erhöht Bitteres den Appetit. Wer Gewicht verlieren möchte, soll aber keinesfalls darauf verzichten – im Gegenteil. Denn gerade bei Übergewichtigen wirken Bitterstoffe oft Wunder. Sie aktivieren den Stoffwechsel und hemmen, nach dem Essen eingenommen, vor allem auch die Lust auf Süsses. Eine der bittersten Pflanzen ist der Gelbe Enzian (Bild oben). Selbst in einer Verdünnung von 1: 58 000 000 schmeckt er auf der Zunge noch bitter. Etwas weniger bitter sind das Tausendgüldenkraut (Bild rechts) oder auch der Wermut.

Es versteht sich von selbst, dass die ersten Tassen eines solchen Tees kein Hochgenuss sind. Bedeutend weniger bitter schmecken Schafgarbe und Löwenzahn. Die belebende Wirkung erfüllen sie aber ebenfalls. Es gibt auch einige Gemüse, Gewürze und Früchte- sorten, die mit ihren Bitterstoffen die Verdauungssäfte anregen. Zu ihnen gehören Chinakohl, Chicorée, Endivien, Artischocken, Rucola, Eichblattsalat, Schwarzwurzel, Ingwer, Grapefruit, Majoran, Rosmarin, Thymian und Estragon. 

Mit Schwung in den Frühling
Ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt: Säure bildende Speisen wie Wurst, Fleisch, Rahm und Käse machen den Körper träge. Als Ausgleich dazu eignen sich basenbildende Vitalstoffe aus Früchten, Rosinen und Gemüse.
Bewegung: bereits tägliches Spazierengehen oder Radfahren bringt den Kreislauf in Schwung.
Flüssigkeit: Viel Wasser oder ungesüsster Tee bringt die Nieren auf Touren und vitalisiert den Körper.
Vitalstoffe: Reduzieren Sie Kantinenessen und Fertiggerichte. Essen Sie stattdessen mehr Früchte und Gemüse. So versorgen Sie den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.
Fasten: Wir fordern von unserer Verdauung stets Höchstleistungen. Machen Sie mal einen oder zwei Suppen- oder Safttage.
Massage: Körperpeelings oder Selbstmassagen mit Sisalhandschuhen oder einer Massagebürste erquicken den Körper.

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