Ein viel bewegtes Leben
Alexander von Humboldt gilt als eines der letzten Universalgenies.
Als einer der Ersten erkannte er die globale Dimension von Naturzusammenhängen.
Goethe bewunderte ihn, Schiller kritisierte die Einseitigkeit seines angeblich rein wissenschaftlich arbeitenden Verstandes: Alexander von Humboldt (1769–1859), den Universalgelehrten par excellence. Er gilt als einer der Begründer der modernen Geografie und schuf mit seiner Erkenntnis «Alles ist Wechselwirkung» die moderne Ökologie. Ganz nach der Devise, dass die Erfahrung die Grundlage der Erkenntnis sei, begann der freiheitsliebende Humboldt Reisen zu planen.
Diese führten ihn und den französischen Botaniker Bonpland als erste unabhängige Forscher überhaupt 1798 zunächst von Paris nach Spanien, wo Humboldt von König Karl IV. einen Passepartout für die Überseekolonien erhielt. Man bereiste Venezuela, Kuba, Kolumbien, Ecuador und Peru. Die grossen südamerikanischen Ströme – Humboldt hat als Erster den Casquiare befahren und damit bewiesen, dass es zwischen Orinoco und Amazonas eine Wasserverbindung gibt – liessen ihn die Zusammenhänge zwischen Klima, Wasserhaushalt und Wald studieren.
Humboldt erkannte als einer der Ersten die globalen Zusammenhänge in der Natur und hat diese wie kein Zweiter durch seine Erfahrungen zu belegen vermocht. Der Band «Mein vielbewegtes Leben», der nun zu seinem 150. Todes tag erscheint, vereinigt Selbstzeugnisse, Biografisches und Bilddokumente auf spannende Art und Weise.
Literaturtipp
Alexander von Humboldt: «Mein vielbewegtes Leben – Der Forscher über sich und seine Werke» Eichborn Verlag 2009, Fr. 49.90
Foto: mûbile / flickr / cc
Kommentare