Die Steinheiligen

Andreas Krebs | Ausgabe 12 - 2011

Husten, Liebeskummer, Zahnweh – sogenannte Heilsteine werden bei allen möglichen Leiden eingesetzt. Können die schönen Steine tatsächlich helfen?

Dass Steine wirken, selbst wenn man nicht daran glaubt, davon ist Heilstein-Therapeut Bruno Vogler überzeugt. «Aber wie bei jeder Therapie unterstützt der Glaube den Genesungsprozess wesentlich.» Der Naturheilpraktiker führt mich in sein Steinreich im 250-Seelen-Dörfchen Asp. In der Praxis erwartet den Besucher ein Fest der Farben und Formen: Trommelsteine, Rohsteine, Drusen, Kristalle, Vulkanite und Salze. «Jeder Stein hat seine charakteristischen Kräfte», sagt Vogler. Er nimmt hier einen Stein schmeichelnd zur Hand und streicht dort mit einem anderen über Kopf und Nacken. Über jeden weiss er viel zu erzählen. Bernstein zum Beispiel wirke auf Bronchien, Galle, Haut und Zahnfleisch; er verbessere den Knorpelaufbau bei Arthrose, wirke fiebersenkend bei grippalen Infekten und erhalte die Vitalität. «Bernstein ist der Wohlfühl- und Gesundheitsstein schlechthin», ist der Therapeut überzeugt. Bernstein wird auch in der Anthroposophie und Homöopathie verwendet. Und laut Feng-Shui harmonisiert er das Element Erde und steht für Familie, Ruhm und Partnerschaft. Echter unbehandelter Bernstein ist jedoch selten.

Surftipps
Hier erhalten Sie weitere interessante Informationen zum Thema
Aima - Bioresonanz für Mensch und Tier
Schmuckatlier Mondgöttin

Das Ähnlichkeitsprinzip

Etwa 4200 Mineralien bilden die Erdkruste, jedoch sind nur 500 weit genug verbreitet, damit sie als Heilsteine auch sinnvoll einsetzbar sind. Die meisten davon sind erforscht und teilweise seit der Antike gut dokumentiert, auch in indischen und arabischen Quellen. «Heilsteine wollen für uns arbeiten», meint Vogler und erklärt wie: «Die Steine wirken zuerst über ihre individuelle Schwingungsenergie und die Energie ihrer Farben. Aber auch die Art ihrer Entstehung, der kristalline Aufbau, die Form sowie die Mineralien und Spurenelemente, die sie enthalten, wirken auf Körper, Geist und Seele.» Aufgabe des Heilstein-Therapeuten ist es, den richtigen Stein für das Beschwerdebild des Patienten zu finden. Wie in der klassischen Homöopathie gilt das Ähnlichkeitsprinzip: «Similia similibus curentur.» Wie die potenzierten Globuli haben auch die einzelnen Heilsteine unterschiedlich starke Schwingungen. Laut Vogler wirken die meisten Heilsteine schon ab zwei Karat, das sind 0,4 Gramm. «Aber Männer tragen gerne grosse Steine, auch wenn die nicht mehr wirken.»

Heilsteine können auf vielfältige Weise angewendet werden. Am einfachsten ist das Tragen in Form eines Anhängers oderals sogenannter Handschmeichler in der Hosentasche. Die Steine können aber auch für begrenzte Zeit auf bestimmte Regionen des Körpers aufgelegt oder aufgeklebt werden, etwa bei Knie- oder Kopfschmerzen – und auch bei Meditationen werden sie gerne verwendet. Im Rahmen einer Therapie ist auch die Einnahme in Form von Essenzen möglich sowie als «energetisiertes Heilsteinwasser». Dabei ist aber Vorsicht geboten. Etliche Mineralien geben giftige Metalle ab, die wasserlöslich sind. Aber auch ungiftige Elemente wie Kalium können aufgrund der Löslichkeit zu Vergiftungserscheinungen führen, wenn sie überdosiert werden. «Mit Steinen ist nicht zu spassen», warnt Vogler und weist darauf hin, dass es etliche fundierte Bücher, aber auch viel unzureichendes Material zum Thema gäbe. Auch das Internet ist ein Tummelfeld dubioser Wunderheiler und Geschäftemacher, die allerlei Produkte aus Edelsteinen anbieten und oft vollmundige Versprechungen machen. Im Zweifelsfall und insbesondere bei schweren oder lang anhaltenden Beschwerden ist fachkundiger Rat einzuholen. «Eine sorgfältige Diagnose und ein sicherer Befund sind die Grundlage für den richtigen Einsatz von Heilsteinen», sagt Vogler. Bruno Vogler selbst darf jedoch keine Diagnose stellen. Seine Kunden kommen entweder mit einem ärztlichen Befund – oder aber sie haben ein psychisches Anliegen. «Mein Behandlungsschwergewicht liegt bei Problemen im seelischen Bereich», sagt er und betont, «eine Beratung bei mir ersetzt keinen Arztbesuch.»

Achtsamkeit heilt

Heilsteine sind Informationsträger, ähnlich wie homöopathische Globuli. Die Heilung einer Krankheit tritt in der Regel also nicht ein, weil der Edelstein substanziell in körperliche Vorgänge eingreift. Viel mehr liefert der Stein dem Körper eine Information – oder eben Schwingung –, welche die Selbstheilungskräfte anregen kann. Allein der achtsame, liebevolle Umgang mit Heilsteinen wirkt günstig auf den rastlosen Menschen («natürlich» 09-11, «Acht geben»).

Die wichtigsten Heilsteine

Steine kann man präventiv und in akuten Fällen einsetzen. Aber je mehr Steine sich am Körper befinden, desto unklarer und ungezielter wird die Wirkung.

• Klinoptilolith

Entgiftungs- und Entschlackungs-Stein.
Körperlich: Wirkt auf den Verdauungstrakt, Leber, Haut und Thymus. Wirkt besonders durch Einnahme als Pulver zellstoffaktivierend, antibakteriell und immunstimulierend; wirkt stark entgiftend bezüglich Schwermetallen und Stoffwechselschlacken, da er diese Giftstoffe bindet und aus dem Körper ausschwemmt; hilft bei Übersäuerung des Magens und kann nach einer Chemotherapie unterstützend wirken.
Seelisch:
Verbessert den Erholungswert beim Schlafen und hilft bei psychischem Stress, bewirkt eine Leistungssteigerung, macht konzentriert.

 

• Aquamarin

Augen- und Allergien-Stein
Körperlich: Baut Lymphknotenschwellungen und Ödeme ab, lindert Autoimmunerkrankungen und allergische Reaktionen, insbesondere Heuschnupfen, bessert Augenermüdung und stärkt die Sehkraft, reguliert Schwankungen im Hormonhaushalt besonders der Schilddrüse.
Seelisch: Unterstützt die Zielfindung und die innere Ausrichtung dazu, bessert Antriebslosigkeit und stärkt die Motivation, fördert Ausdauer und Effizienz, wird gegen Ängste, Depressionen und Stimmungsschwankungen eingesetzt.

• Amazonit

Sehnen- und Bänder-Stein
Körperlich: Krampflösend bei Geburtsschmerzen und Menstruationsschmerzen, löst Muskel- und Nackenschmerzen, bessert Rekonvaleszenz bei schweren Erkrankungen, stärkt die Nerven, hilft bei Bänder- und Sehnenverletzungen sowie Verstauchungen jeglicher Art sehr schnell.
Seelisch: Löst durch Trauer und Kummer verursachte Blockaden, gleicht extreme Stimmungsschwankungen aus, wirkt positiv bei depressiven Verstimmungen, bringt Verstand und Gefühl in Einklang.

Quellenhinweis: Michael Gienger, Neue Erde-Verlag

Buchtipps
• Werner Kühni, Walter von Holst: «Enzyklopädie der Steinheilkunde», AT Verlag, 2009, Fr. 58.–
• Michael Gienger: «Die Steinheilkunde», Neue Erde, 2010, Fr. 34.90
• Michael Gienger: «Die Heilsteine Hausapotheke», Neue Erde, 2010, Fr. 28.50

Fotos: ffr, net_efekt / flickr / cc

 


Kommentare

  1. Keine Kommentare

Kommentar schreiben (Lesen Sie bitte unsere Regeln)

Sie haben noch kein Username und Passwort? Hier können Sie sich kostenlos bei «Natürlich» registrieren.

Natürlich im September 2017


Inhalt

Vorschau
Archiv

Schnupper Abo
4 Ausgaben für 20 Franken
Jetzt profitieren!

Aboservice

Wettbewerb

Gewinnen Sie einen von sechs Xeron Courier 20 Rucksäcke von Mammut im Wert von je 110 Franken.

Frage: Was gehört traditionellerweise zu einer Älplerversammlung?

Mitmachen bis zum 30. September 2017.

zum Wettbewerb


Natürlich Newsletter

Das neuste gibts jetzt natürlich auch per Mail

Zwei Mal pro Monat bietet Ihnen der «natürlich»-Newsletter kostenlos wertvolle Gesundheitstipps und und informiert Sie über Neues aus dem Magazin.

Jetzt Newsletter abonnieren


Archiv

eBook-Edition

Die 20 besten Heilkräuter
Gegen fast jedes Übel ist ein Kraut gewachsen – Unsere Experten haben in diesem eBook die besten und wirkungsvollsten Heilkräuter ausgewählt und für Sie zusammengestellt. 

Will ich sehen!


Natürlich HomeMagazinArtikelArtikel: Die Steinheiligen