Diagnose Krebs, was nun?
Wichtige Punkte, die es zu beachten gibt.
• Holen Sie vor einer Entscheidung auf jeden Fall eine zweite ärztliche Meinung ein. Fürchten Sie nicht, Ihr Arzt könnte dieses Vorgehen als Misstrauensvotum gegen Ihn interpretieren. Als Massnahme der Qualitätssicherung, Kosteneinsparung und zu Ihrer Sicherheit wird die Einholung einer zweiten Meinung dringend angeraten. Präsentieren Sie dem zweiten Arzt nicht die Diagnose der Erstberatung, damit Sie ein unbeeinflusstes Urteil erhalten.
• Die Entfernung der Gebärmutter ist ein schwerwiegender Eingriff mit möglichen Folgen für Ihr weiteres Leben. Überlegen Sie sich sehr gut, ob Sie ihm zustimmen – sofern Sie nicht eindeutig unter Krebs leiden. Mindestens 80 Prozent der Operationen sind unnötig.
• Wenn Ihnen eine Operation vorgeschlagen wird, fragen Sie genau nach der Diagnose. Fragen Sie, ob es keine andere schulmedizinische oder naturheilkundliche Behandlung gibt oder ob Ihre Beschwerden durch eine Operation wirklich beseitigt werden können.
• Vor allem, wenn Sie sich zum Zeitpunkt einer Diagnose seelisch belastet fühlen (Arbeitsplatzverlust, Partnerverlust, Wechseljahresbeschwerden usw.), sollten Sie Rat bei einer Psychologin oder einer Beratungsstelle für Gesundheitsfragen einholen. Blutungen, Unterleibsschmerzen, auch Gebärmuttergeschwulste (Myom) können Ausdruck einer seelischen Belastung sein. In diesem Fall wird es Ihnen nach der Operation wahrscheinlich nicht besser gehen als vorher, denn eine Gebärmutterentfernung löst keine Lebenskrisen.
• Schreiben Sie vor Untersuchungen und Gesprächen Ihre Fragen auf, und nehmen Sie eine Vertrauensperson mit. Vier Ohren hören mehr als zwei. Zumal wenn Sie aufgeregt sind, kann eine nicht direkt betroffene Person oft nachdrücklicher fragen.
• Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung nicht unter Druck setzen. Nehmen Sie sich viel Zeit, um sich zu entscheiden. Es gibt kaum eine Situation, bei der eine Operation innerhalb weniger Tage notwendig ist.
• Wenn bei Ihnen zum Beispiel ein Myom gefunden wurde, das Ihnen aber keine Beschwerden macht, müssen Sie sich nicht operieren lassen. Das Gleiche gilt, wenn Sie zwar Beschwerden haben, diese aber gut ertragen können und wollen (zum Beispiel Blutungen). Sollte das Myom später einmal Beschwerden machen, die Sie nicht tolerieren wollen, können Sie neu entscheiden. Häufig bleiben Myome aber über Jahre symptomlos. In den Wechseljahren werden sie in der Regel kleiner.
• Lassen Sie sich nicht «vorsorglich» operieren, damit Sie keinen Krebs mehr bekommen können. Auch wenn Sie keine Kinder möchten oder schon älter sind, ist das kein Grund für eine Gebärmutterentfernung.
• Wenn Sie sich für eine Operation entschieden haben, fragen Sie, ob es nicht eine schonendere Art des Eingriffs gibt als die, die Ihnen vorgeschlagen wird. Informieren Sie sich bei unabhängigen Beratungsstellen und wählen Sie das Krankenhaus, das Ihren Bedürfnissen am meisten entspricht.
• Vereinbaren Sie genau (schriftlich!), was gemacht werden muss und was nicht (zum Beispiel ob die Eierstöcke mitentfernt werden müssen). Fragen Sie nach dem Ablauf der Operation, der Operationsmethode, wie lange Sie vermutlich im Krankenhaus bleiben müssen, ob irgendwelche Anschlussbehandlungen notwendig sind und wie lange Sie wahrscheinlich nicht arbeitsfähig sein werden.
• Fragen Sie im Krankenhaus, was Ihnen nach der Operation zusteht (Haushaltshilfe, bei Krebs: Anschlussheilbehandlung.
Weiterführende Artikel:
• Papillomaviren: Warzen und der Gebärmutterhalskrebs
• Risiko Krebsvorsorge
Internet
• FFGZ Feministisches Frauen-Gesundheitszentrum Berlin
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