Der Konsum heizt ein
Die grössten Klimasünder sind die Konsumenten der Industrieländer. Entsprechend viel können sie zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen, sind Wissenschaftler überzeugt.
Weil die Konsumenten weltweit für rund 75 Prozent der Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich sind, können gerade sie einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der Klimaerwärmung leisten. Zu diesem Fazit kommt das Sustainable Consumption Institute der University of Manchester in einer im Vorfeld des UN-Klimagipfels veröffentlichten Studie. In Kopenhagen soll vom 7. Bis 18. Dezember das Folgeabkommen des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls erarbeitet werden.
Berechne man, wie viel CO2 die einzelnen Länder aufgrund ihres Konsums verursachten, und nicht, wo die Emissionen produziert würden, stünden die Industriestaaten bei Weitem an der Spitze der Klimasünder, schreiben die Wissenschaftler. Demnach ist etwa die USA für einen um 8 Prozent höheren Ausstoss verantwortlich, als wenn die effektiv im Land verursachten Emissionen betrachtet werden. Umgekehrt entstehen gegen 20 Prozent der Emissionen in China aufgrund der Produktion von Gütern, die in anderen Ländern konsumiert werden. Laut den Forschern mangelt es vor allem an der Verfügbarkeit klimafreundlicher Produkte und an deren Preis.
Der Bericht sieht in erster Linie Regierungen und Unternehmen in der Pflicht, entsprechend verbesserte Rahmenbedingungen zu schaffen. Neben Informationskampagnen oder Steuervergünstigungen für klimafreundliche Güter soll eine bessere Kennzeichnung derProdukte die Kaufentscheidung der Konsumenten positiv beeinflussen. Zudem gelte es, die Haltung vieler, dass der Einzelne sowieso nichts zur Reduktion des Klimawandels beitragen könne, zu ändern. Nicht zuletzt durch Trendsetter und prominente Vorbilder sollen klimafreundliche Produkte auch einen zeitgemässen Anstrich bekommen.
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