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Hotelbauten in grüner Natur sind für Umweltschützer in der Regel ein rotes Tuch, insbesondere wenn die Gäste fliegend reisen. Eine Ausnahme sind Insektenhotels. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz.
In einem blütenreichen Garten oberhalb von Zürich steht ein Insektenhotel. Wildbienen, Wildwespen und Hummeln fliegen aus zum Flieder, hin zu den Wildblumen, üppig die Farben, süss der Nektar und die Baumsäfte, Früchte, der Honigtau, an dem sich die Insekten laben. Unter dem Insektenhotel befindet sich eine Steinmauer. Hier sonnen sich Eidechsen, Käfer krabbeln, eine Spinne harrt dessen, was da kommt. Der Garten gehört zum Kinder und Jugend heim Sonnenberg. «Ich bewirtschafte den Garten ökologisch und setze kein Gift ein», sagt der Gärtner Niklas Göth. «Natürlich habe ich Blattläuse im Garten, aber die sind kein Problem.» Den Schädlingen rückt eine Armada von Wildbienen, Wildwespen, Marienkäfern oder Ohrwürmern zu Leibe.
Einfach selbstgebaut
Der Bau eines Insektenhotels ist ganz einfach. Es braucht lediglich etwas Fantasie oder eine Bauanleitung, verschiedene Materialien aus der Natur, ein wenig Geschick und etwas Zeit. Und die Bewohner der Residenz sind absolut ungefährlich und spannend zu beobachten. «Insektenquartiere und Nisthölzer bauen sind ein Kinderspiel – und Kinder begeistern sich dafür», sagt Günzel. Wichtig sei allerdings das Umfeld: «Blüten in der Nähe sind die Grundvoraussetzung, dass ein Insektenhotel angenommen wird». Wichtig ist zudem, das Hotel an einem geschützten Ort zu platzieren, zum Beispiel unter einem Baum. Es sollte gegen Süden ausgerichtet sein, damit es die Gäste sonnig und warm haben.
Nein, gefährlich sind sie nicht, die Gäste eines Insektenhotels, aber viele von ihnen sind gefährdet. In Mitteleuropa leben rund 500 Arten solitär lebender Wildbienen, über die Hälfte steht auf der Roten Liste. Zusammen mit den krankheitsanfälligen Honigbienen sind Wildbienen die wichtigsten Bestäubungsinsekten. Sie sichern die Erträge unserer Kulturpflanzen. Ohne sie gäbe es keine Köstlichkeiten wie Äpfel, Birnen, Kirschen. Experten schätzen, dass ohne die Insekten 80 Prozent aller Blütenpflanzen von der Welt verschwinden würden. Zudem halten Wildbienen und Wildwespen Wollläuse Blattläuse in Schach. So tragen sie bei zum ökologischen Gleichgewicht im Garten – mit ihrer Hilfe erübrigt sich der Einsatz von Chemie.
Auch wenn die Lage optimal ist, ein Insektenhotel ist kein Urlaubsparadies. Hier wird fleissig gearbeitet, Gärtner und Kinder des Sonnenbergs konnten es beobachten. Ein Insektenhotel bietet Zugang zu einer faszinierenden Welt. Beobachtend können wir nebenbei viele Vorurteile abbauen, die oft unser Verhältnis zu Insekten prägen.
Insektenhotel selbstgebaut
1. Holzkasten bauen (Grösse beliebig)
Material: Bretter, Winkel, Schrauben, Nägel, Schraubenzieher, Säge, Hammer. Für den Rahmen brauchen wir vier Bretter aus unbehandeltem Holz, Stärke mindestens 20 Millimeter. Die Tiefe des Kastens sollte mindestens 15 Zentimeter betragen; den Rahmen mit Winkeln verschrauben; beliebig viele Trennwände einbauen, Rückwand anschrauben.
2. Nisthilfen suchen und präparieren
Material: Stroh, Schilf, Holz, Ziegelsteine, Lehm etc., Schere, Messer, Säge, Bohrer, Stricknadel. Geeignetes Material für Nisthilfen sammeln, dieses von Seitentrieben und Blättern befreien; trocknen und bündeln. Für die Nistblöcke in Hartholzstücke möglichst tiefe Löcher bohren, 2 bis 10 Millimeter Durchmesser, Ziegelsteine mit Lehm zuschmieren; Löcher in Lehm stechen.
3. Holzrahmen mit Nisthilfen füllen
Hier kann der Fantasie freien Lauf gelassen werden.
4. Insektenhotel aufstellen
Nistkästen und Nistblöcke an sonniger und windgeschützter Stelle platzieren. Wenn die Holzkästen nicht unter einem Dachvorsprung oder an einer anderen regengeschützten Stelle stehen, empfiehlt es sich an ihrer Oberseite Dachpappe anzubringen.
Fotos: © Blickwinkel, fotolia.com
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