Ausgeraucht

Sabine Hurni | Ausgabe 12 - 2011

Wer von der Zigarette oder anderen Lastern loskommen will, braucht vor allem einen eisernen Willen - und nicht unbedingt teure Medikamente oder psychologische Hilfe.

Mit dem Rauchen aufhören ist ein oft genannter Silvestervorsatz. Und tatsächlich fällt der Rauchstopp vielen nicht einmal so schwer. Vielmehr ist es aber das Nicht-wieder- Anfangen, das eine eiserne Disziplin und einen enormen Willen erfordert. Nur wer vollkommen davon überzeugt ist, dass er Exraucher sein will, hält wirklich durch. Dass der endgültige Verzicht so viel Kraft braucht, liegt unter anderem daran, dass Rauchen einerseits ein Ritual ist und dass Nikotin andererseits den Körper so manipuliert, dass er glaubt, ohne das Nervengift nicht mehr richtig funktionieren zu können.

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Durch die Inhalation gelangt das Nikotin in die Lunge und erreicht über die Blutbahn sehr schnell das Gehirn. Der Angriffsort ist das mesolimbische Belohnungssystem. Dort wird unter anderem die Motivation zur Nahrungsaufnahme gesteuert. Solange das Nikotin dort einwirkt, dämpft es das Hungergefühl. Das erklärt, weshalb ein Rauchstopp mit einer Gewichtszunahme einhergehen kann. Nikotin regt die Freisetzung von Nervenbotenstoffen (Neurotransmittern) an und kann auf den Körper stimulierend wie auch entspannend wirken, je nachdem in welcher momentanen Verfassung sich der Raucher befindet. Gleichzeitig steigert Nikotin die Herz- und Atemfrequenz, verengt die Gefässe und lässt dadurch den Blutdruck ansteigen, es stört den Sauerstofftransport und führt durch Abkühlung der Haut zu Durchblutungsstörungen.

Unangenehme Entzugs erscheinungen

Viele Wirkungen des Nikotins werden durchaus als positiv wahrgenommen.
Zum Beispiel erhöht es die Konzentrationsfähigkeit, die Stresstoleranz, macht gelassener und verringert das Hungergefühl. Jedoch nur für kurze Zeit. Sobald die Zigarette ausgedrückt ist, werden die durch das Nikotin freigesetzten Neurotransmitter wieder abgebaut. Das "Genussempfinden" verschwindet und die Entzugserscheinungen setzen ein. Sie können sich durch Schlafstörungen, Nervosität, Konzentrationsstörungen, abnehmende Stresstoleranz, Aggressivität, Depressionen, Übellaunigkeit oder einen gesteigerten Appetit äussern.

Doch nicht nur die Entzugserscheinungen machen das Aufhören so schwierig. Zigarettenrauchen ist auch ein Ritual, das über die Jahre automatisiert wurde. Die Zigarette bestimmt den Tagesrhythmus, die Länge der Arbeitspausen und sie hat auch eine soziale Komponente: Die Raucher draussen vor dem Restaurant amüsieren sich, während die Nichtraucher drinnen auf ihre Begleiter warten. Und während der Rauchpausen im Büro kommt man mit neuen Leuten ins Gespräch. Es gilt einige Muster zu durchbrechen, um Nichtraucher zu werden und zu bleiben. Und viele schaffen es auch. Vielleicht nicht beim ersten oder zweiten Mal, aber beim dritten Mal. Nicht etwa mithilfe von Kaugummis, Büchern, Seminaren, Hypnosetherapien oder Wunderheilern, sondern aus eigenem Antrieb. Und nicht selten sogar von einem auf den andern Tag, wie eine australische Studie herausfand. Andere wiederum reduzieren langsam die Anzahl ihrer täglichen Zigaretten. Erstaunlich daran ist, dass jeder, der erfolgreich ausgestiegen ist, es nachträglich als viel einfacher erlebte, als er dies erwartet hatte.

Vom Vorsatz zum Erfolg

Aus naturheilkundlicher Sicht braucht es zwei Strategien, die den Willen zum Nichtrauchen unterstützen können: Eine Nikotinentgiftung des Körpers und der richtige Umgang mit Stress. Die Nikotinentgiftung kann zum Beispiel über homöopathische Heilmittel oder spagyrische Sprays, die Nux vomica, Okoubaka, Thymian und KawaKawa enthalten. Nux vomica und Okoubaka verstärken die Stoffwechselaktivitäten und bringen sämtliche Ausscheidungsmechanismen des Körpers in Gang. Sie gehören zu den wichtigsten Ausscheidungsmitteln in der Pflanzenwelt und helfen nach Narkosen, der Einnahme von starken Medikamenten und eben Suchtmitteln, den Körper zu reinigen. Zur Stressbewältigung und gegen die mit den Entzugserscheinungen einhergehenden Schlafstörungen hilft zum Beispiel Hafer (Avena sativa). Wem das fehlende Nikotin auf den Magen schlägt, greift zu verdauungsfördernden Fenchelsamen, Kümmel, Löwenzahnwurzeln oder Pfefferminze.

Da Veränderungen jedoch immer im Kopf beginnen, ist es mit Heilpflanzen allein nicht getan. Sie können zwar die Entzugs- und Begleiterscheinungen lindern, doch die bewusste Entscheidung für den Verzicht können diese Mittel niemandem abnehmen.

Fotos: fotolia.com

 


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