Zeckenimpfung: kein 100-prozentiger Schutz!

Anführungszeichen Unser 13-jähriger Sohn ist Orientierungsläufer. Er rennt auch in der Deutsch-Schweiz. Ist eine FSME-Impfung gegen Zeckenbisse sinnvoll? Schlusszeichen Giovanni Graber, Agarone TI

Antwort

Seit einiger Zeit verbreiten Impfbefür-worter und Medien viel Angst unter der Bevölkerung. Wer nicht geimpft ist, traut sich kaum mehr in den Wald und befürchtet bei jedem Zeckenbiss gleich das Schlimmste. In Wahrheit handelt es sich aber schlicht um eine einseitige Informationspolitik. Würden die Leute mehr über den Sachverhalt wissen, wäre die Angst wesentlich kleiner. Meiner Meinung nach ist die Impfung gegen die so genannte Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) nicht nötig, solange man sich an ein paar Regeln hält.

Laut Statistiken ist 1 bis 2 Prozent der Zecken in Epidemiegebieten mit dem FSME-Virus infiziert. Bei ungefähr zwei Prozent der Menschen, die von einer infizierten (!) Zecken gebissen werden, kann die Krankheit schwerere Folgen haben. In den meisten Fällen verläuft die virale Krankheit aber beschwerdefrei. Das Risiko, dass Ihr Sohn an einer Hirnhautentzündung erkrankt und Folge-schäden davon trägt, ist also sehr klein.

500-mal häufiger als FSME übertragen die Zecken Borreliose. Dies nicht nur in den Epidemiegebieten, sondern in ganz Mitteleuropa. Die Auswirkungen sind Organschäden, die sich manchmal erst allmählich bemerkbar machen. Gegen diese Krankheit gibt es keine Impfung. Doch sie ist mit Hilfe von Anitbiotika und natuheilkundlichen Mitteln therapierbar.

Der beste Schutz vor von Zecken übertragenen Krankheiten sind deshalb lange Hosen, geschlossene Schuhe, Zeckenspray und das Absuchen des Körpers am Abend. Netterweise bevorzugen die kleinen Tierchen unsere Körpervorderseite. Doch auch Hautfalten an Knie- und Armkehlen sowie in der Leistengegend und in den Achselhöhlen sind beliebt. Gerade die Borellien geben ihre Erreger erst einige Stunden nach dem Biss ab. Je früher Sie die Zecken mit einer feinen Zeckenzange entfernen, desto besser. Achten Sie auch darauf, dass die Zecke dabei nicht zerquetscht wird.

Weitere Infos unter www.impfo.ch

Sabine Hurni  


Kommentare

  1. Von gerard.stoll am Dienstag, 25.08.2009 Sehr geehrte Frau Hurni
    Ich habe Ihre Rubrik Rat&Tat "Zeckenimpfung: kein 100-prozentiger Schutz" mit Interesse gelesen. Zum Thema "Borreliose" schreiben Sie "Doch sie ist mit Hilfe von Antibiotika und naturheilkundlichen Mitteln therapierbar. Antibiotika ist mir bekannt. Um welche naturheilkundlichen Mittel handelt es sich? Besten Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Anfrage.
    Gérard Stoll, Allschwil

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