Wie wichtig sind Impfungen?
Als Kind habe ich die üblichen Impfungen erhalten und frage mich nun, wie lange eine solche Impfung anhält. Meine letzte Starrkrampfimpfung liegt bald 10 Jahre zurück. Wie wichtig ist das regelmässige Impfen und wie viele Jahre dürfen dazwischen liegen?
Petra Gämperli, Oberkulm
Antwort
Zunächst einmal geht es um die grundsätzliche Einstellung zu Impfungen. Ich persönlich bin nach äusserst unangenehmen Erfahrungen bei einem unserer Kinder mit der frühkindlichen Diphtherie-Starrkrampf-Keuchhusten-Impfung auf kritische Distanz gegangen, respektiere aber jeden, der Impfungen für eine wichtige Massnahme hält. Allerdings scheint mir die offizielle Impfstrategie, die 27 Einzelimpfungen bis zum zweiten Lebensjahr der Kinder vorsieht, beginnend im zweiten Lebensmonat, inakzeptabel, da der Aufbau der Immunkompetenz von Kleinkindern massiv beeinträchtigt wird.
Im Natürlich 7-2008 haben wir das Thema Impfen ausführlich behandelt. Dort findet sich auch ein alternativer Impfplan impfkritischer Ärzte für die eigene Entscheidung. Die Kinder werden hier weniger und im Falle der Kombiimpfung gegen Diphtherie, Starrkrampf und Keuchhusten bedeutend später geimpft. Die Tabelle macht auch Vorschläge, wann Wiederholungsimpfungen fällig sind. Als Erwachsener besprechen Sie die Notwendigkeit von Auffrischimpfungen am besten mit Ihrem Hausarzt.
Noch kurz zum Thema Starrkrampf. Tetanus ist eine Intoxikation, die durch Clostridium tetani, ein sporenbildendes Stäbchenbakterium, ausgelöst wird. Anders als andere Krankheiten, gegen die wir sonst impfen, wird Starrkrampf nicht durch Viren übertragen, sondern von Mensch zu Mensch als Infektion verbreitet. Die jährliche Inzidenz von Tetanus, also die ausgewiesene Infektionsrate in der Bevölkerung, lässt die Impfaktivitäten und Warnungen vor einer gefährlichen Krankheit in einem etwas schiefen Licht erscheinen: Die Ansteckungsrate für Starrkrampf liegt in den Industrieländern bei 1 Fall pro 2 Millionen Einwohner pro Jahr. Diese statistischen Werte decken sich auch mit den konkreten Zahlen für Deutschland und die Schweiz: Das Robert-Koch-Institut in Berlin weist für den Zeitraum von 1990 bis 1995 für unser nördliches Nachbarland jährlich je 2 bis 8 Fälle aus, in der Schweiz erkranken laut Bundesamt für Gesundheit 1 bis 2 Personen jährlich an Tetanus. Diese Zahlen scheinen mir wichtig zu sein, um die Notwendigkeit von Starrkrampfimpfungen abzuwägen.
Heinz Knieriemen
Kommentare
In Sachen Starrkrampf hat uns unsere Homöopathin folgenden Rat gegeben: wenn eine Wunde blutet, ist die Gefahr klein, an Starrkrampf zu erkranken, da sich diese Bakterien nur entwickeln können, wenn kein Sauerstoff dazu kommt. (Es ist ja allgemein bekannt, dass bei Wunden, die stark bluten eine geringere Infektionsgefahr besteht, als bei Wunden, die nicht oder nur wenig bluten. - Das "fliessende Blut" wäscht die Wunde aus.) Wenn man also eine Bisswunde, die nicht blutet doch ein wenig zum bluten bringt, die Wunde säubert und sie ruhig stellt, kann sich dieses Bakterium gar nicht entwickeln. Auch sei die Gefahr grösser, wenn man sich in der Nähe von Pferdemist verletzt, da dort diese Bakterien eher vorhanden sind. Ledum (C30) ist ein sehr gutes Mittel bei tiefen Verletzungen durch Dorn, Stachel, Nagel,Tierbiss oder Holzsplitter.