Waschnüsse und die Saponine
Waschnüsse oder ökologische Waschmittel: Was ist unter dem Strich besser?
Sibylle Müller, Zürich
Antwort
Natürliche pflanzliche waschaktive Substanzen, die Saponine (Sapon: lateinisch Seife), sind weitverbreitet. Sie sind in verschiedenen Pflanzen, Samen und Rinden zum Waschen wie zur Körperpflege in weiten Teilen der Welt anzutreffen. Die im Moment sehr populäre Waschnuss aus Südindien ist also eine von vielen Möglichkeiten, pflanzliche waschaktive Substanzen zu nützen. Extrakte der Waschnuss sind übrigens in einigen ayurvedischen Produkten wie Zahnpasten enthalten. Ich bin der Meinung, dass Waschmittel auf natürlicher Seifenbasis wie etwa jene von der Firma Held einer Hygienehilfe aus Indien vorzuziehen sind, da sich der weite Transportweg der Nüsse negativ auf die Ökobilanz auswirkt.
Saponine sind Bitter- und Schleimstoffe, die die Oberflächenspannung des Wassers derart vermindern, dass man Schaum schlagen kann. Das saponinhaltige, weiss bis hellrosa blühende einheimische Seifenkraut (Saponaria officinalis) wurde in Europa ebenso wie die nordamerikanische Seifenlilie (Chlorogalum sp.) zum Waschen der Haare wie von Textilien genutzt. Das einheimische Seifenkraut trägt weitere Namen wie Waschwurzel, Waschkraut und Seifenwurzel. Gesammelt zum Waschen werden die Ausläuferwurzeln und Blätter, die beim Kochen die Saponine als waschaktive Substanzen abgeben. Mit dem Seifenkraut wurden über Jahrhunderte Seifen und Waschmittel hergestellt. Noch heute dient es der pharmazeutischen Industrie als Grundstoff für viele schleimlösende Präparate und ist Bestandteil des INCI-Index für Kosmetik-Inhaltsstoffe. In meinem Buch «Kosmetik-Inhaltsstoffe von A-Z», AT Verlag, gehe ich auf weitere Aspekte ein.
Heinz Knieriemen
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