Vitamintabletten unterstützen die Immunabwehr
Ist es sinnvoll, Vitamin-C-Tabletten einzunehmen, um die Abwehr zu stärken? Ich habe gehört, es bringe nichts oder sei sogar kontraproduktiv. Oder kommt es auf die Tabletten an? Machen beispielsweise Tabletten mit Retard-Effekt
einen Unterschied? Und wie sieht es mit Multivitaminpräparaten aus?
Jolanda Fritschi, Basel
Antwort
Grundsätzlich können Sie Vitamin C ständig zuführen. Was der Körper nicht braucht, scheidet er wieder aus. Vitamin C, das wir über vitaminreiche Früchte- und Gemüsesorten zu uns nehmen, kann der Körper jedoch sehr viel besser verwerten als jenes aus Vitamintabletten. Schon eine geringere Dosis erfüllt ihren Zweck. Aus diesem Grund bildet eine ausgewogene und gesunde Ernährung im Winter den besten Schutz vor Erkältungskrankheiten aller Art. Man kann den Vitaminbedarf durchaus über die Ernährung abdecken.
Sobald wir uns erkälten oder an einer entzündlichen Erkrankung leiden, nimmt der Bedarf an Vitamin C allerdings zu. Ideal ist es deshalb, bei den ersten Anzeichen zusätzlich zur Ernährung eine Extradosis Vitamin C einzunehmen. Das stärkt die Immunabwehr, die in dieser Zeit auf Hochtouren arbeitet. Kontraproduktiv ist dies auf keinen Fall. Das Gleiche gilt für Multivitamine. Wenn Sie spüren, dass Sie Ihren Bedarf über die Ernährung nicht abdecken können, weil Sie wenig Gemüse und Früchte essen oder auf aufgewärmtes Essen angewiesen sind, dann füllt die Substitution von Nährstoffen diese Lücke auf.
Die Retard-Tabletten sind insofern praktisch, weil sie nur einmal täglich
eingenommen werden müssen und das Vitamin nach und nach abgeben. Wenn Sie normale Tabletten dreimal am Tag schlucken, haben Sie denselben Effekt. Brausetabletten stehe ich eher skeptisch gegenüber. Sie sind gut für eine kurzfristige Einnahme. Da sie aber viele Hilfsstoffe (Farbstoffe, Aromastoffe,
Brausemittel, Verdickungsmittel, Trocknungsmittel etc.) enthalten, scheinen sie mir für eine langfristige Einnahme weniger geeignet.
Sabine Hurni
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