Verträglichkeit von Hülsenfrüchten
Ich habe gehört, dass in Südamerika Frauen mit dem Absud von Bohnen abtreiben würden. Stimmt das? Weshalb müssen Hülsenfrüchte lange gekocht werden, damit sie gut verdaulich werden?
Benedikt Bachmann, Basel
Antwort
In der Not haben sich Frauen schon Verschiedenstes zusammengebraut, um eine Abtreibung einzuleiten. Diese Kräuterabsude sind jedoch nicht ungefährlich und in der heutigen Zeit überholt. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass in armen Gegenden Südamerikas noch Abtreibungen mit überlieferten Rezepten zu Hause durchgeführt werden. Dabei könnte es sich um eine bestimmte Bohne handeln oder ein Gemisch mit Kräutern.
Ob Linsen, Bohnen oder Kichererbsen – sie dürfen keinesfalls roh verzehrt werden, weil dies zu starken Verdauungsbeschwerden wie Krämpfen und Durchfällen führen kann. Probleme kann aber auch das Einweichwasser machen. Es enthält Phytinsäure, Tanine und blähende Stoffe, die durch das Abgiessen eliminiert oder zumindest reduziert werden. Grundsätzlich sind die Hülsenfrüchte äusserst gesund. Sie haben einen hohen Gehalt an unverdaulichen Nahrungsfasern, welche die Darmtätigkeit anregen. Vor allem bei Personen, die nicht häufig Hülsenfrüchte essen, kann das zu Blähungen und sogar Bauchschmerzen führen. Bei regelmässigem Konsum findet allerdings eine Gewöhnung statt. Das Eiweiss der Hülsenfrüchte besteht aus langen Aminosäurenketten. Diese werden durch das Kochen in kürzere aufgespalten und sind somit einfacher zu verdauen.
Natascha Muff, Ernährungsberaterin
Foto: © René Berner
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