Überschiessende Hitze
Ich bin in den Wechseljahren und habe sehr starke Wallungen; nachts wache ich deswegen fast stündlich auf. Auch psychisch geht es mir nicht so gut. Ich sehe keinen Sinn und fühle mich verloren. Was schlagen Sie vor?
C. G., Eich
Antwort
Es gibt grob gefasst drei Frauentypen, die unterschiedlich auf die Wechseljahre reagieren. Die einen nehmen zu, die anderen nehmen stark ab und die nächsten schwitzen. Oft sind es ayurvedisch gesehen die Pitta-Frauen, die besonders stark an Schweissausbrüchen leiden. Frauen also, die vom Typ her bereits viel Feuerelement im Körper haben. Ganz stoppen kann man die aufkeimende Hitze leider nicht. Man kann sie aber durchaus besänftigen. Sehr bewährt haben sich zum Beispiel Einölungen. Regelmässig Ganzkörper-Ölmassagen mit einem Vataöl (können Sie in der Drogerie kaufen oder über das Internet bestellen), entweder als Selbstmassage oder bei einer Therapeutin, können das Auf und Ab der Hormone regulieren. Das ist meines Erachtens der wichtigste Punkt. Ich möchte Ihnen sehr ans Herz legen, dies einmal auszuprobieren.
Was die Heilmittel betrifft, so können Sie ununterbrochen ein Cimicifuga-Präparat einnehmen. Sehr gute Erfahrungen werden auch mit den Spagyrik-Sprays erzielt. Beides können Sie in Drogerien und Apotheken kaufen. Auch das Schüssler Salz Ferrum Phosphoricum oder Granatapfelsaft mit etwas Rohrzucker können akute Hitzewallungen lindern. Ausgleichend wirkt zudem abgekochtes Wasser, das sie lauwarm über den Tag verteilt trinken. Vermeiden Sie eiskalte Getränke und versuchen Sie, dreimal täglich etwas Warmes zu essen. Besonders das Frühstück sollte unbedingt warm sein. Kaffee, Alkohol und Zigaretten wenn möglich reduzieren. Diese Genussmittel wirken erhitzend.
Wie es der Name schon sagt, bedeuten die Wechseljahre einen Wechsel in einen neuen Lebensabschnitt. Viele Frauen müssen sich neu ausrichten. Die Kinder sind draussen und sie werden nicht mehr gleichermassen zu Hause gebraucht. Die Frauen stehen aber gleichzeitig in voller Kraft im Leben und müssen sich fragen: was mach ich jetzt noch? Neue Ideen, neue Perspektiven und neue Projekte gilt es umzusetzen. Das ist kein einfacher Prozess. Zumal die Wechseljahre uns auch mit dem Älterwerden konfrontieren. Je besser es gelingt, einfach zu akzeptieren, dass es ist, wie es ist, desto besser gelingt der Übergang und desto schwächer sind oft auch die Symptome. Aber das ist, wie so oft, leichter gesagt als getan. Ich wünsche Ihnen und allen Leserinnen, die in der gleichen Situation stecken, viel Kraft für diesen Prozess.
Sabine Hurni, Drogistin HF und Naturheilpraktikerin mit Fachrichtung Ayurveda und Phytotherapie
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