Soja als Säuglingsmilch
Meine Tochter ist Allergikerin und ernährtihren 13-monatigen Sohn deshalb mit Sojamilch. Nun haben wir gehört, dass wegen den Isoflavonen vor Sojaprodukten für Säuglinge gewarnt wird. Kann dem Kind das Soja geschadet
haben? Soll es meine Tochter nun ganz weglassen?
Erika Elsässer, Lengnau
Antwort
Ich verstehe Ihre Verunsicherung. Es stimmt, dass die in der Sojabohne enthaltenen Isoflavone nicht ohne Wirkung sind. Sie gehören zu den Phytoöstrogenen und wirken gerade bei Frauen in den Wechseljahren hormon-ähnlich. Das ist auch den Herstellern von Säuglingsnahrung bewusst. Die meisten Firmen sind bemüht, den Gehalt an Iso-flavonen tief zu halten, da bekannt ist, dass die hormonähnliche Wirkung für Säuglinge nicht ideal ist. Trotz diverser Studien ist bisher die Wirkung auf das Wachstum und die Entwicklung des Säuglings noch weitgehend unbekannt.
Ihre Tochter hat sich für Soja entschieden, um ihr Kind vor einer frühzeitigen Belastung mit Fremdeiweiss durch Kuhmilch zu schützen. Das erspart dem Klei-nen womöglich allergische Reaktionen. Mit dem Einführen von Milchprodukten würde ich noch bis zum 24. Monat warten. Erst dann ist der Darm gut ausge-bildet und genügend geschützt. Milch zu trinken, davon rate ich aber ganz ab.
Der Junge scheint gesund und kräftig zu sein. Das deutet darauf hin, dass ihm die Sojamilch sicher nicht geschadet hat. Wichtig ist, dass Ihre Tochter die Ernährung des Kindes ausgewogen gestaltet. Mit 13 Monaten braucht es keinen Schoppen mehr. Das würde ihn nur vom Essen abhalten. Doch Tofu und andere Sojaprodukte würde ich erst ab dem dritten Lebensjahr in den Speiseplan inte-grieren. Sie sind schwer verdaubar und enthalten Stoffe, welche die Aufnahme von Mineralstoffen behindern oder sogar blockieren. Falls er während der Um-stellung trotzdem ab und zu auf den Schoppen besteht, können Sie diesen mit Reismilch und Hirsepulver zubereiten. Unbedingt das Saugerloch klein halten – sonst hat das Kleine keinen Hunger bei Tisch!
Natascha Muff, Ernährungsberaterin
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