Natron reguliert Säure-Basen-Haushalt
Ich verwende Bikarbonat zum Einweichen von Hülsenfrüchten, da diese dadurch besser verdaulich sind. Auf der Packung steht, dass man es auch zum Gemüsekochen, für Konfitüre, zum Zähneputzen brauchen oder ins Badewasser geben kann. Was ist Bikarbonat genau und was bewirkt es?
D. F., Küsnacht
Antwort
Bikarbonat ist ein Synonym für Hydrogen- karbonat. Meistens ist es an Natrium gebunden und heisst dann Natriumhydrogenkarbonat, was wiederum nichts anderes ist als Natron. Natron ist ein Bestandteil von Backpulver, wird in bestimmten Rezepten, zum Beispiel für Lebkuchen, aber auch in reiner Form verwendet.
Natriumhydrogenkarbonat ist vor allem in Produkten enthalten, die den Säure-Basen-Haushalt regulieren. Durch den Abbau von eiweissreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Milchprodukten bilden sich im Körper freie Säuren. Sie gelangen ins Blut und werden dort über körpereigene Mechanismen neutralisiert. Da die Ernährung vieler Menschen sehr fleischlastig ist, arbeitet dieses Puffersystem auf Hochtouren und ihr Körper ist permanent leicht übersäuert. Säure, die nicht neutralisiert werden kann, wird in den Gelenken und im Bindegewebe eingelagert. Oder der Körper muss sich die zur Neutralisation nötigen Mineralstoffe aus den Knochen holen, was die Entstehung von Osteoporose begünstigt.
Bikarbonat hilft, das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder herzustellen. Es verschiebt den pH-Wert im Magen kurz nach der Einnahme in den basischen Bereich (pH-Wert >7). Da das Magenmilieu aber zwingend sauer sein muss (pH-Wert 1 bis 2), leitet der Körper sofort freie Säuren in den Magen. Das entlastet das körpereigene Puffersystem, kann im Magen allerdings auch Blähungen auslösen. Wer sich allerdings ausgewogen ernährt, nicht zu viel Fleisch konsumiert, die empfohlenen fünf Gemüse- und Früchteportionen pro Tag isst und sich zudem ausreichend bewegt, hat ziemlich sicher einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt und benötigt daher kein Bikarbonat.
Sabine Hurni
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