Kalt gepresstes Öl im Babybrei
Dass kalt gepresste Öle den warm gepressten vorzuziehen sind, ist mir bekannt. Nun lese ich immer wieder, dass Babys vor ihrem ersten Geburtstag auf keinen Fall kalt gepresstes Öl bekommen sollen, sie seien giftig. Erst nach dem ersten Lebensjahr seien sie erlaubt. Stimmt das?
Karin von Egmond, Kloten
Antwort
Kalt gepresste Öle enthalten Peroxide. Sie entstehen durch eine chemische Reaktion im Pressvorgang bei der Ölherstellung. Dies sowohl bei biologischen wie auch bei herkömmlichen Ölen. Kalt gepresstes Öl enthält zusätzlich Vitamin E. Es ist ein Schutzstoff, der die Entstehung von Peroxiden herabsetzt. der Gehalt von Peroxiden ist in kalt gepressten Ölen deshalb kaum höher, als in raffinierten. Ganz kleine Kinder können Peroxide noch nicht verdauen. Das Thema wird aber überbewertet. Die meisten Eltern machen es automatisch richtig und kippen kaum raue Mengen Olivenöl in den Rüeblibrei. Das würde dem Kind gar nicht schmecken.
Wenn Sie nach dem Stillen langsam auf Beikost mit Rüeblibrei umstellen, braucht es ein bisschen Öl, damit die fettlöslichen Vitamine aufgenommen werden können. Eine Menge also, die derart klein ist, dass die Beschaffenheit des Öles nicht relevant ist. Wenn Sie ganz sicher gehen möchten, können Sie zum Beispiel ein IP-Rapsöl verwenden oder das Sonnenblumenöl von Rapunzel, das keine Peroxide enthält und auch im Geschmack sehr neutral ist.
Nach einem Jahr sind das Immunsystem und der Darm des Kindes schon so weit entwickelt, dass es Erwachsenennahrung vom Tisch verträgt. Ist an der Salatsauce oder über dem Gemüse etwas kalt gepresstes Öl, dann kann es dies bereits verdauen.
Sabine Hurni
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